Eiskunstlauf WM
Savchenko Szolkowy träumen von WM-Edelmetall

Bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften ist eine Medaille für die deutschen Paarlauf-Europameister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy in greifbare Nähe gerückt. Eine nahezu perfekte Kurzkür reichte für Platz zwei.

Die Traum von einer Medaille lebt weiter, der Titel ist jedoch fast schon außer Reichweite. Nach dem bislang besten Kurzprogramm ihres Lebens stehen Aljona Savchenko und Robin Szolkowy bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Tokio dennoch vor ihrem größten sportlichen Erfolg. Die Paarlauf-Europameister aus Chemnitz präsentierten im Metropolitan Gymnasium eine nahezu perfekte Kurzkür und wurden mit von ihnen noch nie erreichten 67,65 Punkten belohnt.

Nur an die Klasse der beiden Chinesen Shen Xue und Zhao Hongbo reichten Savchenko und Szolkowy nicht ganz heran. Die Weltmeister der Jahre 2002 und 2003 kamen nach ihrem absolut makellosen Vortrag auf 71,07 Zähler. Im Kampf um Silber dürfte es für das deutsche Vorzeigepaar zu einem Duell mit den Titelverteidigern Pang Qing und Tong Jian kommen, die nur 0,9 Zähler weniger erhielten - im Eiskunstlauf nur eine Winzigkeit.

Trotz dieser glänzenden Ausgangsposition waren die beiden Sachsen mit ihrer Leistung nicht hundertprozentig einverstanden. "Es war in Ordnung, aber wir können es noch besser", sagte die gebürtige Ukrainerin Savchenko, die im WM-Vorfeld Probleme mit ihren neuen Schlittschuhstiefeln hatte. Deswegen war Trainer Ingo Steuer am Ende der Kurzkür zur Filmmusik "Once upon a time in Mexico" auch fast schweißüberströmter als seine Schützlinge: "Das war nervenaufreibend, ich habe bis zur letzten Sekunde gezittert."

Mari Vartmann und Florian Just patzten

Unter ihren Möglichkeiten blieben hingegen die deutschen Vize-Meister Mari Vartmann und Florian Just (Düsseldorf/Essen). Nach zwei Patzern der 18 Jahre alten Studentin beim dreifachen Toe-Loop und beim dreifachen Wurf-Salchow gehen die EM-Siebten nur als 20. unter 22 Paaren in die Kür-Entscheidung am Mittwoch (11.00 Uhr MEZ).

Mit einem soliden Pflichttanz hatten bereits am Mittag die Titelkämpfe von Tokio für Nelli Ziganschina aus Chemnitz und den Berliner Alexander Gazsi begonnen. Die deutschen Eistanz-Meister nehmen nach ihrer Rumba mit 25,56 Punkten den 20. Platz unter 29 Paaren ein und dürfen darauf hoffen, sich nach dem Originaltanz am Donnerstag (3.00 Uhr MEZ) sich für das Kürfinale der besten 24 Paare zu qualifizieren.

Das Resultat war umso höher zu bewerten, da Gazsi seine rechte Hand wegen einer Bänderverletzung bandagieren musste, mit der er bereits bei den europäischen Titelkämpfen im Januar in Warschau auf das Eis musste. "Wir wissen immer noch nicht genau, was es ist, aber es behindert mich kaum", sagte der 22-Jährige, der in Moskau lebt und dort mit seiner Partnerin trainiert.

Die Spitze übernahmen die Kanadier Marie-France Dubreuil und Patrice Lauzon. Mit 38,96 Punkten verwiesen die Nordamerikaner die Titelverteidiger Albena Denkowa und Maxim Stawiski aus Bulgarien (37,42) sowie die französischen Europameister Isabelle Delobel und Olivier Schoenfelder (37,29) auf die Ränge zwei und drei. Die letztjährigen Olympiasieger Tatjana Nawka und Roman Kostomarow (Russland) haben ihre Laufbahn mittlerweile beendet.

ISU-Präsident Cinquanta droht USA mit Entzug der WM 2009

Schon vor der offiziellen Eröffnung hatte Ottavio Cinquanta, Präsident des Weltverbandes ISU, dem USA-Verband mit dem Entzug der Weltmeisterschaften 2009 in Los Angeles gedroht. "Diese WM-Vergabe ist ausdrücklich nur provisorisch", erklärte der Italiener.

Hintergrund der Kontroverse ist, dass es für die WM 2009 noch keinen "Host Broadcaster" gibt, der die Live-Übertragungen im Fernsehen sicherstellt. Ein ISU-Vertrag mit dem US-Sportsender Espn läuft Ende 2008 aus, über eine Verlängerung des Kontraktes wurde bislang noch keine Einigkeit erzielt.

Die Welttitelkämpfe werden am Mittwoch (3.00 Uhr MEZ) mit dem Kurzprogramm der Herren fortgesetzt. Für die Deutsche Eislauf-Union geht der sechsmalige deutsche Meister Stefan Lindemann aus Erfurt an den Start.

© SID

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