Eiskunstlauf WM
Savchenko und Szolkowy wollen ihr Talent vergolden

In Göteborg gehen die deutschen Paarläufer Aljona Savchenko und Robin Szolkowy als Goldfavoriten in die Eiskunstlauf-WM. "Sie sind so gut wie noch nie", weiß Trainer Ingo Steuer.

Bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Göteborg gehen Aljona Savchenko und Robin Szolkowy als große Gold-Favoriten an den Start und könnten ihrem umstrittenen Trainer Ingo Steuer damit zu einem ganz großen Coup verhelfen. Wie Franz Beckenbauer und Heiner Brand könnte Steuer Weltmeister als Sportler und Weltmeister als Trainer werden. Elf Jahre nach seinem WM-Triumph an der Seite von Mandy Wötzel in Lausanne können sich Steuers Schützlinge eigentlich nur selbst schlagen.

"Sie sind so gut wie noch nie, ich muss sie auf dem Eis fast bremsen", sagte der sonst so strenge Paarlauf-Coach nach dem Abschlusstraining am Montag ungewohnt euphorisch. Was die zweimaligen Europameister im fast noch menschenleeren Scandinavium zeigten, ließ die wenigen Zaungäste staunen. Routiniert und doch ausdrucksstark feilten die beiden Chemnitzer an ihrem Kürprogramm.

Chinesen Zhang/Zhang als größte Konkurrenten

Das sächsische Trio ist so stark auf den gemeinsamen Erfolg fixiert, dass die Streitigkeiten mit der Deutschen Eislauf-Union (DEU) über die Bezahlung des stasibelasteten Trainers in der verschneiten schwedischen Hafenmetropole im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis liegen. Vom dreiköpfigen DEU-Präsidium wird ohnehin niemand vor Ort sein, wenn die viermaligen deutschen Meister heute und Mittwoch um den Welttitel kämpfen.

Sportlich gefährlich werden können Szolkowy und seiner in der Ukraine geborenen Partnerin nur die Chinesen Zhang Dan und Zhang Hao, die ihren beim Grand-Prix-Wettbewerb in Moskau die einzige Saisonniederlage zufügten, sowie deren Landsleute Pang Qing und Jian Tong, Weltmeister von 2006. "Aber wenn wir unser Zeug machen und zwei gute Programme laufen, dann holen wir Gold", erklärte Szolkowy zuversichtlich.

Doch ob Titel oder nicht - der fragile Waffenstillstand zwischen Steuer und seinem Paar auf der einen sowie dem Verband auf der anderen Seite wird im Frühjahr wieder neu aufbrechen, wenn vor dem Landgericht München I darüber verhandelt wird, ob und wie der umstrittene Coach entlohnt werden muss. Derzeit lebt Steuer nur von den Einnahmen seiner Schützlinge, die sich allerdings mittlerweile in einem sechsstelligen Bereich bewegen. Im Optimalfall können in Göteborg 135 000 Dollar hinzukommen.

Die übrigen deutschen Läufen hegen keine Ambitionen

Summen, von denen die übrigen deutschen Läufer nur träumen können. Sowohl für die Eistänzer Nelli Ziganschina und Alexander Gazsi (Berlin/Chemnitz) als auch die Oberstdorferin Annette Dytrt und den deutschen Vize-Meister Peter Liebers aus Berlin wäre schon das Erreichen des Kürfinals der besten 24 Teilnehmer ein Erfolg.

Mittelfristig allerdings, so hofft man bei der DEU, sollen junge Einzelläufer und Tanzpaare aus dem Schatten von Savchenko und Szolkowy heraustreten. DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf: "In allen Disziplinen haben wir großes Nachwuchspotenzial."

© SID

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