Eiskunstlauf WM
WM-Gold für Savchenko und Szolkowy in Los Angeles

Bei der Eiskunstlauf-WM in Los Angeles haben Aljona Savchenko und Robin Szolkowy Gold gewonnen. Die Titelverteidiger verwiesen Zhang Dan und Zhang Hao (China) auf Platz zwei.

Die Chemnitzer Paarläufer Aljona Savchenko und Robin Szolkowy haben bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Los Angeles ihren Titel erfolgreich verteidigt. Die schon nach dem Kurzprogramm führenden Europameister setzten sich mit der besten Kür und 203,48 Punkten deutlich vor den Chinesen Zhang Dan und Zhang Hao (186,52) sowie Yuko Kavaguti und Alexander Smirnow aus Russland (186,39) durch.

Savchenko/Szolkowy sind die ersten deutschen Paarläufer seit 45 Jahren, die ihren WM-Titel erfolgreich verteidigen konnten. Zuletzt war dies 1964 in der Dortmunder Westfalenhalle Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler gelungen.

Feiern will gelernt sein

Zünftiges Feiern allerdings ist für die sechsmaligen deutschen Meister immer noch eine größere Herausforderung als jede WM-Kür. "Eigentlich beginnt morgen schon die neue Saison", meinte Savchenko abwehrend und Stoiker Szolkowy setzte da noch einen drauf: "Ich gehe erstmal schön unter die Dusche." Damit fingen sie sich prompt einen milden Tadel von Doppel-Olympiasiegerin Katarina Witt ein: "Feiern müssen sie wohl noch lernen." Es reichte nur zu einem Glas Sekt im Mannschaftshotel.

Der sonst so hartgesottene Steuer war aber nicht der einzige unter den 12 000 Menschen im Staples Center, der seine Emotionen kaum kontrollieren konnte. Der umstrittene Coach ballte immer wieder die Fäuste, riss die Arme in die Höhe und in seinen Augen schimmerte es tatsächlich feucht: "Es war eine phantastische Kür und eine Super-Super-Leistung. Ich bin so stolz auf die Beiden!" Und gestattete ihnen prompt am Donnerstag einen Ausflug samt Fotosession an den Strand von Venice Beach.

Seine Schützlinge hatten es sich verdient, denn von einem kleinen Ausrutscher Szolkowys bei einer Kreisschrittfolge abgesehen interpretierten die dreimaligen Europameister ihre Kürmusik "Schindler's Liste" so brillant, dass auch Witt hingerissen war: "Sie sind in ihrer eigenen Liga und das bei einer Weltmeisterschaft, das ist unglaublich."

Deutliche Überlegenheit

In der Tat war die Überlegenheit der beiden Sachsen kaum zu fassen. 203,48 Punkte sammelten Savchenko/Szolkowy, mit deutlichem Rückstand ging Silber und Bronze an die beiden Chinesen Zhang Dan und Zhang Hao (186,52) sowie Yuko Kavaguti und Alexander Smirnow aus Russland (186,39). Dass die Steuer-Schützlinge den inoffiziellen Weltrekord der Ex-Weltmeister Shen Xue und Zhao Hongbo (206,54) knacken, ist nur noch eine Frage der Zeit.

Nicht einmal die sonst so überkritische Savchenko konnte diesmal ein Haar in der Suppe finden. "Es war einfach ein Genuss", schwärmte die gebürtige Ukrainerin, die die Favoritenrolle für Olympia 2010 in Vancouver gerne annahm: "Wir bereiten uns auf jeden Wettbewerb gleich vor, wir wollen immer unser Bestes geben." Und auch ihr Partner geht gelassen in den olympischen Winter: "Wir sind Typen, die unter Belastung nicht zerbrechen."

Ganz im Schatten der alten und neuen Titelträger belegten Maylin Hausch und Daniel Wende (Oberstdorf/Essen) bei ihrem gemeinsamen WM-Debüt den 15. Platz und sicherten damit der Deutschen Eislauf-Union (DEU) einen zweiten Startplatz für die olympische Paarlauf-Konkurrenz. Wende war während der gesamten Saison wegen einer Bänderverletzung auf Doppelsprünge limitiert, im nächsten Winter will und muss das Paar von Trainer Karel Fajfr im technischen Bereich aufstocken.

Liebers muss nachsitzen

Wegen technischer Probleme muss hingegen Peter Liebers seine olympischen Ambitionen erst einmal zurückstellen. Der Berliner verpasste als 25. im Kurzprogramm wie im Vorjahr das Kürfinale und damit den direkten Weg nach Vancouver. Nachbessern kann der deutsche Meister allerdings bei der Olympia-Qualifikation Ende September in Oberstdorf.

"Zuerst kamen meine Schlittschuhe verspätet in Los Angeles an und dann ist mir beim Warmlaufen auch noch ein Hosenband gerissen", sagte der 20-Jährige. An die Spitze des Teilnehmerfeldes setzte sich Europameister Brian Joubert aus Frankreich (84,40) vor Evan Lysacek aus den USA (82,70) sowie dem Kanadier Patrick Chan (82,55).

© SID

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