Eiskunstlaufen
DEU stellt Paarlauf-Trainer Steuer kalt

Die Chemnitzer Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy gelten als die große deutsche Hoffnung im Paarlaufen auf dem Eis; trainiert werden sie vom einstigen Paarlauf-Weltmeister Ingo Steuer. Nun müssen beide wohl mit einem anderen Trainer vorliebnehmen: Der Verband Deutsche Eislaufunion trennt sich von Steuer.

HB CHEMNITZ. Verbandspräsident Reinhard Mirkseker bestätigte am Dienstag einen Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), wonach der Verband nicht mehr mit dem Stasi-belasteten Trainer zusammenarbeiten werde. „Er hat den Verband in den vergangenen Wochen permanent an den Pranger gestellt und einzelne Präsidiumsmitglieder auch persönlich angegriffen. Er ist nicht mehr tragbar“, begründete Mirmseker. Nach MDR-Informationen hat zudem das Bundesinnenministerium die Finanzierung Steuers mit öffentlichen Mitteln schriftlich untersagt.

Damit ist die Zukunft der Paarlauf-Vizeeuropameister und Olympia-Sechsten von Turin, Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy. Die DEU will für das einzige deutsche Weltklassepaar einen international renommierten Trainer verpflichten, der die Sportler weiter in Chemnitz betreuen soll. Ob das Paar dieses Angebot annimmt, soll sich in den nächsten Tagen entscheiden.

Steuer war Anfang April sechs Monate vor dem Ende seiner Dienstzeit aus der Bundeswehr wegen entlassen worden, nachdem sich herausgestellt hatte, dass er als Inoffizieller Mitarbeiter für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR gespitzelt hat. Bei seiner Einstellung 1993 hatte Steuer dies verschwiegen. Steuer hatte als 18-Jähriger eine MfS-Verpflichtungserklärung unterzeichnet und später unter anderem auch über die zweifache Olympiasiegerin Katarina Witt berichtet. Seine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Turin hatte der Chemnitzer vor dem Berliner Landgericht durch eine Einstweilige Verfügung erwirkt.

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