Eisschnelllauf bei Olympia
Deutschland-Express rauscht zu Team-Gold

Anni Friesinger stieß die Fäuste in die Luft, Daniela Anschütz-Thoms war den Tränen nahe, Claudia Pechstein bestieg den Olymp: Der Deutschland-Express ist am Donnerstag in einem sensationellen Tempo zu Gold geeilt.

TURIN Die Ziellinie überquerten sie noch in geduckter Haltung, dann rissen Anni Friesinger, Claudia Pechstein und Daniela Anschütz-Thoms fast synchron die Arme in die Höhe: Das "supergeile Team" (Pechstein) ist bei der olympischen Premiere des Team-Wettbewerbs zur Goldmedaille gerast und hat das erste Edelmetall für das deutsche Eisschnelllauf-Team bei den Winterspielen in Turin gewonnen. Im Ziel hatte der Deutschland-Dreier 1,66 Sekunden Vorsprung und ließ Kanada wie schon bei der WM 2005 in Inzell hinter sich. Bronze sicherte sich Russland im "kleinen" Finale gegen Japan, das Ergebnis stand nach dem Sturz einer japanischen Läuferin bereits vorzeitig fest.

"Ich habe schlecht geschlafen, aber jetzt bin ich überglücklich", sagte Pechstein, die ihren Status als erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin aller Zeiten mit der fünften Goldmedaille ihrer Karriere eindrucksvoll untermauerte. Ein spezielles Lob gab es für Daniela Anschütz-Thoms, die als einzige alle vier Läufe bis zur Goldmedaille bestritten hatte. "Ich war nie so fit wie jetzt, und da habe ich mir gesagt: Wenns sein muss, dann mach ich es", sagte die 31-jährige Erfurterin.

Die Tatsache, dass die Kanadierinnen überraschend ohne Cindy Klassen angetreten waren, wertete Anni Friesinger als misslungenes Täuschungsmanöver: "Die wollten uns aus der Reserve locken, aber wir hatten schon in der ersten Runde einen Vorsprung, da war uns egal, wie die laufen." Wie groß der Druck auf die Deutschen war, verriet die Tatsache, dass Anni Friesinger schon bei der Blumen-Zeremonie im Oval Lingotto die Tränen kamen. Die deutschen Eisdiven feierten mit dem Sieg in einem spannenden Endlauf vier Tage nach der Pleite im 3000-Meter-Rennen ein grandioses Comeback.

Das Ergebnis des Männer-Wettbewerbs brachte das Oval Lingotto fast zum Überkochen. Die Italiener, die im Halbfinale von einem Sturz der hochfavorisierten und letztlich drittplatzierten Niederländer profitierten, gewannen das erste olympische Eisschnelllauf-Gold für ihr Land durch einen Finalsieg gegen Kanada. Das deutsche Quartett mit Jörg Dallmann und Robert Lehmann sowie Stefan Heythausen und Tobias Schneider hatte den siebten Platz belegt.

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