Eisschnelllauf
CAS bestätigt Pechstein-Sperre

Fassungslosigkeit, Bestürzung und unbändige Wut bei Claudia Pechstein: Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin bleibt gesperrt und steht endgültig vor den Trümmern ihrer Karriere. Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte am Mittwoch die Zwei-Jahres-Sperre der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin und drückte der 37-Jährigen in dem weltweit mit Spannung erwarteten Urteil den Stempel der Dopingsünderin auf.

"Das zu akzeptieren, ist für mich unglaublich hart. Nach dem wochenlangen, unwürdigen Hin und Her war das Urteil aber abzusehen. Ich bin nicht mehr über das Ergebnis geschockt, sehr wohl aber darüber, wie es zustande gekommen ist", erklärte Pechstein in einer Pressemitteilung ihres Managements, dem das Urteil vorab zugestellt wurde: "Ich werde mich jetzt keinesfalls geschlagen geben. Der gerichtliche Weg wird erst dann zu Ende sein, wenn die Gerechtigkeit gesiegt hat", erklärte Pechstein. Sie behauptete, sie habe das Urteil "registriert und bereits abgehakt".

Thomas Bach rückte unmittelbar nach der Urteilsverkündung in einer brisanten Stellungnahme von seiner Unschuldsvermutung ab. "Doping mit dieser wissenschaftlichen Expertise kann von einer Sportlerin nicht ohne Hilfe von Fachleuten bewerkstelligt worden sein. Deshalb fordern wir Claudia Pechstein in ihrem wohlverstandenen Interesse zur umfassenden Aufklärung auf. Die Hintermänner müssen gemäß der gesetzlichen Anti-Doping-Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes bestraft werden", erklärte Bach.

"Weg für weitere Verfahren frei"

Er halte das Urteil für wegweisend im internationalen Kampf gegen Doping: "Damit ist der Weg frei für weitere Verfahren. Deshalb fordern wir Verbände, denen entsprechende Testwerte vorliegen, auf, nunmehr umgehend Sanktionen zu verhängen."

Pechsteins großer Traum, in Vancouver zum sechsten Mal an Olympischen Spielen teilzunehmen, ist damit wahrscheinlich geplatzt. Eine Minimalchance bleibt ihr noch. Die Berlinerin kündigte umgehend an, gegen das CAS-Urteil beim Schweizer Bundesgericht in Lausanne Berufung einzulegen. Ihr läuft nun allerdings die Zeit davon. Selbst wenn sie vor dem Schweizer Bundesgericht Recht bekäme, könnte es für eine Olympia-Qualifikation schon zu spät sein. Zudem muss Pechstein nun möglicherweise sogar um ihren Status als Beamtin der Bundespolizei fürchten. Ein Disziplinarverfahren läuft bereits. Pechsteins Sperre endet am 9. Februar 2011. Die ISU äußerte sich zunächst nicht zu dem Urteil.

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