Eisschnelllauf: Clausia Pechstein siegt bei Weltcup-Finale

Eisschnelllauf
Clausia Pechstein siegt bei Weltcup-Finale

Mit Wut im Bauch hat Claudia Pechstein den Hattrick im Langstrecken-Weltcup vollendet. Die Berlinerin landete beim Weltcup-Finale im friesischen Heerenveen nach ihrem klaren Erfolg über 3 000 m am Vortag am Sonntag über 5000 m den 20. Weltcupsieg ihrer Karriere. Zudem brachte sie den mit 14 000 Dollar dotierten dritten Gesamterfolg unter Dach und Fach.

HB HEERENVEEN. Pechstein setzte sich in glänzenden 6:56,79 Minuten durch und überflügelte die bislang führende Renate Groenewold (Niederlande) noch in letzter Sekunde. "Ich glaube, es ist mir ganz gut gelungen, den Ärger über die Team-Besetzung in Motivation umzusetzen. Ich war so wütend, dass ich so schnell auf dem Eis war. Ich denke, das war die beste Antwort, die ich geben konnte", meinte die erfolgreichste deutsche Winter- Olympionikin, die damit das erste Jahr ohne deutschen Weltcup-Sieg seit der Saison 1986/87 verhinderte. Ihre Kritik bezog sie auf die Auseinandersetzung mit Cheftrainer Helmut Kraus, der sie nach aktuellem Stand für die WM in Inzell nicht für die Mannschafts- Verfolgung vorgesehen hat.

Möglicherweise ist der Münchner jetzt noch zum Umdisponieren gezwungen, denn Anni Friesinger muss nach ihrer schmerzhaften Kapselverletzung am kleinen Zeh zunächst fünf Tage mit dem Training aussetzen. "Es ist zum Glück nichts gebrochen. Der Bluterguss schillert aber in allen Farben. Der Fuß ist so geschwollen, dass ein Start in Heerenveen ausgeschlossen war", diagnostizierte Team-Arzt Völker Smasal. "Das ist natürlich sehr ärgerlich. Ich fühlte mich in Topform", haderte die Olympiasiegerin mit ihrem Missgeschick, das sie sich beim Aufwärmen vor den 1 500 m zugezogen hatte. Die Allround- Weltmeisterin reiste am Samstag vorzeitig ab und muss sich nun vorerst mit dem Krafttraining begnügen.

In Glanzform präsentierten sich zehn Tage vor Eröffnung der Inzeller WM hingegen auch die Erfurter Asse. Daniela Anschütz kam zu zwei Podestplätzen. Als Zweite über 1500 m in persönlicher Bestzeit von 1:57,49 hinter Cup-Gewinnerin Cindy Klassen (Kanada/1:56,02/Bahnrekord) und als Dritte über 3000 m (4:07,94) drängte sie sich bei der WM-Generalprobe in die Rolle eine Medaillen- Kandidatin. "Es war kein guter Lauf, umso glücklicher bin ich über den Platz", meinte die 30-Jährige nach den 3000 m. Auf der längsten Distanz kam sie am Sonntag auf den vierten Platz.

Ihre Vereinsgefährtin Sabine Völker kam vor 6000 Zuschauern mit Platz zwei über 1000 m in 1:16,41 hinter Sprint-Weltmeisterin Jennifer Rodriguez (USA/1:15,65/Bahnrekord) auf ihr bisher bestes Saison-Resultat. "Nach zwei Seuche-Jahren gibt es jetzt echte Lichtblicke. Jetzt will ich auch in Inzell auf das Treppchen", meinte die 31-Jährige zuversichtlich. Sie verzichtete auf die 500 m. Die Gesamtwertung entschied mit sieben Siegen in zehn Rennen die Chinesin Manli Wang wie im Vorjahr zu ihren Gunsten.

Für das erfreulichste Resultat der deutschen Herren sorgte der Chemnitzer Marco Weber, der mit zwei persönlichen Bestzeiten in der B-Gruppe über 5000 m (6:32,71) und 10 000 m (13:35,06) die Tickets für die WM in Inzell buchte. Die Weltcups sicherten sich Jeremy Wotherspoon (Kanada/500 m), Erben Wennemars (Niederlande/1000 m) und Oystein Groedum, der zum ersten Mal seit elf Jahren die Langstrecken- Trophäe wieder nach Norwegen holte.

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