Eisschnelllauf DM
Friesinger flitzt der Konkurrenz auf und davon

Anni Friesinger drückt der deutschen Mehrkampfmeisterschaft der Eisschnellläuferinnen eindrucksvoll ihren Stempel auf. Die Olympiasiegerin dominierte sowohl die kurze 500-m-Distanz wie auch die lange 3 000-m-Strecke.

Der vierte Titelgewinn ist für Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger bei der Mehrkampf-DM in Berlin wohl nur noch Formsache. Die 29 Jahre alte Inzellerin übernahm zur Halbzeit souverän die Spitzenposition und blieb mit 80,4 Punkten nach ihren zwei Siegen über 500 und 3000m in diesem Winter weiterhin ungeschlagen. Dauerrivalin Claudia Pechstein (Berlin) rangiert mit 81,2 Punkten auf Rang zwei, gefolgt von Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt/82,5).

"Ich bin zufrieden. Nach der langen Wettkampfpause fehlt noch die Spritzigkeit, aber das ist normal", sagte Friesinger, die ihren letzten Wettkampf Ende November beim Weltcup in Moskau bestritten hatte. Vor allem über 500m zeigte die Team-Olympiasiegerin ihre Sonderklasse und siegte in 39,16 Sekunden vor Pechstein (39,75 Sekunden) und Anschütz-Thoms (40,63). "So schnell bin ich bei einem Mehrkampf über diese Strecke noch nicht gelaufen", sagte Friesinger und wunderte sich selbst über ihren Speed.

Viel Speed und ein langer Atem

Gespannt war man auf ihren Auftritt über 3000m, hatte sich die Powerfrau aus Bayern in der laufenden Saison doch nur auf den kürzeren Strecken bis 1500m versucht. Doch auch auf dem "langen Kanten" ließ Friesinger nichts anbrennen und schockte die Konkurrenz mit der bislang schnellsten Zeit (4:07,81 Minuten), die bei einer Allround-DM gelaufen wurde. Pechstein wurde Zweite (4:09,10), Platz drei ging wieder an Anschütz-Thoms (4:11,14).

Bei der zeitgleich ausgetragenen Sprint-DM setzte sich die Lokalmatadorin Jenny Wolf nach den ersten beiden Läufen über 500 und 1000m in Front. Über 500m verwies Wolf (38,66 Sekunden) die Erfurterin Pamela Zoellner (39,66 Sekunden) und die Berlinerin Monique Angermüller (40,23) auf die Plätze zwei und drei. Und auch über die für sie ungewohnten 1000m behielt Wolf (1:18,27 Minuten) vor Zoellner (1:19,35) und Agnes Friesinger (Inzell/1:20,62) die Oberhand.

Entscheidung über Start bei EM oder WM

Anni Friesinger will nach den deutschen Meisterschaften am Samstag entscheiden, ob sie bei der Mehrkampf-EM in Klobenstein/Südtirol (12 bis 14. Januar) oder bei der Sprint-WM in Hamar/Norwegen (20. bis 21. Januar) startet. "Mal sehen, wie die Entscheidung ausfallen wird", erklärte die Mehrkampf-Weltmeisterin.

Ihr langjähriger Trainer Markus Eicher, mittlerweile Chef-Coach der deutschen Frauen bei der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg), äußerte eine Vermutung: "Ich kann mit vorstellen, dass sie bei der Sprint-WM startet. Immerhin fehlt ihr der Titel noch in der Sammlung."

Scharz bei den Männern an der Spitze

Beim Sprint-Vierkampf der Männer setzte sich nach dem ersten Tag Samuel Scharz an die Spitze. Der Berliner gewann über 1000m in 1:10,99 Minuten und sicherte sich über 500m in 36,48 Sekunden den dritten Platz. Sieger über 500m wurde Nico Ihle (Chemnitz) in 36,40 Sekunden, der in der Gesamtwertung nach dem ersten Tag auf Rang zwei vor Jan Friesinger (Inzell) liegt. Am Samstag wird das Programm der Sprinter mit weiteren Läufen über 500 und 1000m beendet.

Tobias Schneider steuert derweil einer sicheren Titelverteidigung entgegen. Der Lokalmatador gewann über 5 000 Meter in 6:32,45 Minuten und distanzierte Marco Weber (Chemnitz/6:37,91) und Robert Lehmann (Erfurt 6:51,07) auf die Plätze zwei und drei. Nachdem Schneider bereits über 500 Meter triumphiert hatte, sicherte er sich damit souverän die Führung im Gesamtklassement nach dem ersten Tag.

© SID

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