Eisschnelllauf DM
Friesinger hat gegen Wolf das Nachsehen

Wie erwartet hat Eisschnellläuferin Anni Friesinger zum Saisonauftakt ihren DM-Titel über 500m an Jenny Wolf verloren. "Das ist alles noch etwas träge", sagte die Team-Olympiasiegerin bei den Meisterschaften in Erfurt.

Mit einer Enttäuschung ist Anni Friesinger in die neue Eisschnelllauf-Saison gestartet. Die 30 Jahre alte Team-Olympiasiegerin ist noch weit von ihrer Bestform entfernt und verlor bei den deutschen Einzelstrecken-Meisterschaften in Erfurt am Freitag ihren 500-m-Titel wie erwartet an Weltrekordlerin Jenny Wolf, die Friesinger am Tag zuvor bereits bei der Wahl zur Eisschnellläuferin des Jahres auf Platz zwei verwiesen hatte.

Die Berlinerin Wolf siegte mit guten Zeiten in beiden Läufen (38,16+38,48) und holte ihren achten nationalen Titel. Zweite wurde die Inzellerin Heike Hartmann (39,69+39,33) vor Judith Hesse (39, 70+39,90) aus Erfurt. Friesinger trat zum zweiten Lauf nicht mehr an, weil sie sich für das 1 500-m-Rennen am Samstag und die Weltcup-Vorbereitung schonen wollte.

Friesinger: "Die Angangszeit muss noch schneller werden"

"Das ist alles noch etwas träge, die Angangszeit muss noch schneller werden. Aber ich mache mir keine Sorgen, der Lauf war schon fünf Zehntel schneller als vor einer Woche in Inzell. Ich bin im Plan", sagte Friesinger, die 39,12 Sekunden lief. Wolf war dagegen rundum zufrieden: "Erst die Ehrung, dann der Titel - das war ein perfekter Start", meinte die 28-Jährige, die einmal mehr ihre gute Frühform unter Beweis stellte.

Die Literaturstudentin, die bei der WM im März in Salt Lake City den WM-Titel in Weltrekordzeit (37,04) geholt hatte, verpasste den zweieinhalb Jahre alten Bahnrekord der mittlerweile des Dopings überführten Weißrussin Angelika Kotjuga (37,92) nur knapp. Vor zwei Wochen hatte Wolf in Inzell bereits einen Freiluft-Weltrekord (38, 25) aufgestellt und eine Woche später in Berlin mit der Klassezeit von 38,01 Sekunden nachgelegt.

Heimsieg für Anschütz-Thoms

Über 3000m setzte sich Daniela Anschütz-Thoms auf ihrer Heimatbahn in 4:11,22 Minuten vor den Berlinerinnen Lucille Opitz (4:16,46) und Katrin Mattscherodt (4:17,91) durch. Die Team-Olympiasiegerin hatte in Abwesenheit von Claudia Pechstein leichtes Spiel. Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin bereitet sich mit der norwegischen Männer-Nationalmannschaft, der sie sich nach dem Rücktritt ihres Ziehvaters und Trainers Achim Franke vor dieser Saison angeschlossen hat, in Übersee auf den ersten Weltcup in zwei Wochen in Salt Lake City vor.

Eissprinter Anton Hahn verteidigte unterdessen seinen Titel über 500m erfolgreich. Der Erfurter setzte sich in 36,12 und 36,45 Sekunden vor dem Berliner Samuel Schwarz (36,65+36,27) und dem Chemnitzer Nico Ihle (36,50+36,51) durch. Für Hahn, der seit kurzem im Privatteam von Olympiasiegerin Anni Friesinger trainiert, war es der zweite nationale Titel.

© SID

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