Eisschnelllauf DM
Friesinger holt DM-Titel über 500m

Anni Friesinger hat sich bei den deutschen Einzelstrecken-Meisterschaften in Erfurt locker den Titel über die 500-m-Distanz gesichert. Bei den Herren siegte Tobias Schneider erstmals über die 5000m.

Toller Saisonauftakt für Anni Friesinger: Die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin gewann trotz ihres Streits mit dem Verband bei den deutschen Einzelstrecken-Meisterschaften in Erfurt locker die 500-m-Distanz vor den Lokalmatadorinnen Pamela Zoellner und Judith Hesse.

Titelverteidigerin Wolf stürzt

Sprintspezialistin und Titelverteidigerin Jenny Wolf (Berlin) stürzte im zweiten Durchgang, war aber im ersten Lauf (39,17) klar langsamer als Friesinger. Von den hitzigen Diskussionen über die Reformen in der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) und der Kritik an ihrer Teamboykott-Drohung ließ sich die 29-Jährige in keinster Weise beeindrucken.

Während Friesinger ihren insgesamt 14. DM-Titel verbuchte, trug sich Tobias Schneider erstmals in die Siegerliste bei nationalen Titelkämpfen ein. Der nach dem Wettkampf zum "Eisschnellläufer des Jahres" gekürte Berliner gewann in 6:38,00 Minuten die 5000m vor Titelverteidiger Marco Weber (Chemnitz/6:39,07) und dem deutschen Rekordhalter Jens Boden (Dresden/6:45,89).

Herrensprint geht an Anton Hahn

Im Herrensprint setzte sich der Erfurter Anton Hahn mit zwei Laufbestzeiten (36,94/36,75) durch. Die 3000m der Damen gewann in Abwesenheit der angeschlagenen Olympiasiegerinnen Daniela Anschütz-Thoms und Claudia Pechstein, die die Sportlerwahl vor Friesinger und Anschütz-Thoms für sich entschieden hatte, die Erfurter Juniorin Stephanie Beckert (4:16,90).

"Ich bin happy, dass ich diesen Titel geholt habe. Mein zweiter Lauf war besser. Er war zwar etwas langsamer, aber dafür nicht so hastig und technisch besser", sagte Friesinger, die mit keinem Wort den Zoff mit dem Verband erwähnte.

Die 29-Jährige, die von der Desg unter anderem Fördergelder für ihre neue Trainingsgruppe um Coach Gianni Romme fordert, war in ihrem neuen knallroten Rennanzug locker und leicht auf dem etwas stumpfen Erfurter Eis zweimal Bestzeit gelaufen (38,65/38,69). Damit sicherte sie sich auch das einzige Weltcup-Ticket, das sie nicht ohnehin schon in der Tasche hatte.

Das Startrecht im 5 000-m-Weltcup holten sich Schneider, Weber und Boden, die unter dem niederländischen Erfolgscoach Bart Schouten mit hohen Erwartungen in die Saison gehen. Restlos zufrieden war der neue Meister allerdings nicht. "Ein Teilziel habe ich erreicht, aber ich wollte eigentlich auch den Meisterschaftsrekord brechen. Den habe ich leider knapp verpasst", sagte Schneider.

Die Zuschauerresonanz in Erfurt war unterdessen enttäuschend. Während der Rennen verloren sich wenige hundert Fans, darunter auch Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus, in der Halle. Erst bei der Verabschiedung der ehemaligen Eisschnelllauf-Stars Gunda Niemann-Stirnemann, Monique Garbrecht-Enfeldt und Sabine Völker kam ein wenig mehr Stimmung auf.

© SID

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