Eisschnelllauf DM
Gespenstische Ruhe vor dem Saisonauftakt

Der heutige Saisonauftakt der Eisschnellläufer bei den Deutschen Meisterschaften geht anders als in den vergangenen Jahren ohne Ärger über die Bühne. Zwischen Desg, Anni Friesinger und Claudia Pechstein herrscht Ruhe.

In den vergangenen Jahren hat der Streit zwischen der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg), Anni Friesinger und Claudia Pechstein stets den sportlichen Saisonauftakt in den Schatten gestellt. Vor Beginn der Deutschen Einzelstrecken-Meisterschaften in Erfurt am heutigen Freitag herrscht gespenstische Ruhe zwischen den Fronten.

"Es sind alle Dinge geklärt"

"Es sind alle Dinge geklärt, das ist ein schönes Gefühl", sagte Anni Friesinger, die sich zunächst noch über einen neuen Rennanzug beschwert hatte, der am Knie endete. "Das darf nicht passieren, aber ich bekomme jetzt einen neuen, der ist in Ordnung", führte die Sprint-Weltmeisterin aus. Auch ihr Trainer Gianni Romme strahlt Zufriedenheit aus: "Dieses Jahr gibt's keine Probleme, alles läuft gut. Und wenn es etwas gibt, wird das wie abgesprochen intern geregelt."

Ärger liegt derzeit nicht in der Luft. Friesinger, die in Erfurt zur Titelverteidigung über 500, 1 000 und 1500m antritt, wird sich wieder auf die kürzeren Strecken konzentrieren. Ihren Start bei der Mehrkampf-WM in Berlin im Februar hat sie abgesagt, dafür plant sie Starts in Teamrennen.

Ihre Absage an den "Gold-Express", der in Salt Lake City prompt seinen WM-Titel verlor, hatte in der vergangenen Saison hohe Wellen geschlagen. Nun will sie sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Einzige Einschränkung: "Das muss zu meinem Rennplan passen. Wenn der Wettbewerb bei der Einzelstrecken-WM am Schluss ausgetragen wird, bin ich dabei, mittendrin kann ich nicht mitmachen."

Breite Zufriedenheit

Froh über die interne Ruhe ist auch Cheftrainer Markus Eicher: "Die Damen haben alles bekommen, was sie wollten. Das mit Annis Rennanzug war doch nur eine Lappalie." In der Tat war der Verband im Rahmen seiner Möglichkeiten bemüht, seinen Stars alle Wünsche zu erfüllen. Friesinger bekommt Zuschüsse für Rommes Honorar. "Das hilft. Natürlich könnte es mehr sein, aber ich weiß, dass der Verband nicht mehr Mittel zur Verfügung hat", sagte Friesinger.

Auch Claudia Pechstein wurden bei ihrem Wechsel in die Trainingsgruppe der norwegischen Männer-Nationalmannschaft nach Oslo keine Steine in den Weg gelegt. "Die Desg unterstützt mich im Rahmen ihrer Möglichkeiten so gut es geht. Wenn ich ein paar Tage in Berlin bin, kann ich sogar bei den Männern von Bundestrainer Bart Schouten mittrainieren. Das ist hilfreich", sagte Pechstein, die nach 16 Jahren erstmals ohne ihren in Rente gegangenen Coach Achim Franke auskommen muss.

Die erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin hat in dieser Saison vor allem die Einzelstrecken-WM in Nagano im Auge, obwohl die Mehrkampf-WM auf ihrer Heimbahn in Berlin stattfindet: "Natürlich will ich dort glänzen. Nachdem ich im vergangenen Jahr erstmals seit Jahren bei einer Mehrkampf-WM nicht auf dem Treppchen stand, ist eine Medaille das Ziel. Das Hauptaugenmerk liegt aber wie immer auf der Einzelstrecken-WM." In Erfurt fehlt sie, weil sie in Übersee schon für den Weltcup-Auftakt in Salt Lake City (9. bis 11. November) trainiert. Dort will auch Friesinger erstmals mit guten Zeiten glänzen.

Wolf will "zeigen, wo der Hammer hängt"

500-m-Weltrekordlerin und -Weltmeisterin Jenny Wolf, die vor zwei Wochen in Inzell Freiluft-Weltrekord gelaufen war, will vor allem in Japan Höchstleistungen abrufen. "Ich möchte in dieser Saison der Konkurrenz möglichst häufig zeigen, wo der Hammer hängt. Dazu zählt natürlich auch, im Land der Sprinterinnen den Titel erfolgreich zu verteidigen", sagte die Berlinerin.

Die deutschen Männer wollen derweil versuchen, den Abstand zur Weltspitze zu verkürzen. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Unser Ziel, bei Olympia 2010 in Vancouver eine Medaille zu holen, ist weiter im Bereich des Möglichen", meint Cheftrainer Bart Schouten.

© SID

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