Eisschnelllauf EM: Deutsche Starter bei der EM als krasse Außenseiter

Eisschnelllauf EM
Deutsche Starter bei der EM als krasse Außenseiter

Bei der heute im russischen Kolomna beginnenden 31. Mehrkampf-EM der Eisschnellläufer sind die deutschen Starter krasse Außenseiter. Einzig Daniela Anschütz-Thoms darf sich Hoffnungen auf eine Topplatzierung machen.

Von der einstigen Großmacht zum krassen Außenseiter. Seit 1981 konnten die deutschen Eisschnellläuferinnen bei der Europameisterschaft 21 Titel und 46 Medaillen abräumen, 2007 liefen sie erstmals neben der Spur. Nach der Pleite im Vorjahr ohne eine einzige Medaille droht den Deutschen auch in diesem Jahr bei der 31. Mehrkampf-EM im russischen Kolomna die Statistenrolle. Anni Friesinger fehlt wie 2007 wegen ihrer Sprint-WM-Teilnahme, und Claudia Pechstein scheint gesundheitlich nicht in der Lage, für die fünfmalige Titelträgerin in die Bresche zu springen.

"Ich rechne mir nichts aus", sagt Pechstein, die einen denkbar schlechten Start ins neue Jahr erwischt hat: "Bei mir hat wieder mal eine Erkältung zugeschlagen. Meine Lymphknoten sind geschwollen, und die Nase läuft."

Tennisarm behindert Claudia Pechstein

Zudem behindert die fünfmalige Olympiasiegerin ein weiteres Wehwehchen. "Ich bin Rechtshänderin, spiele kein Tennis und habe seit dem Sommer links die Symptone eines Tennisarms. Ich weiß nicht, wo ich mir das geholt habe. Die Schmerzen stören schon", meint Pechstein. Unter diesen Umständen könne sie nur hoffen, "dass ich gut über die Runden komme".

Ohnehin will Pechstein, die in dieser Saison noch keinen einzigen Podestplatz in einem Einzelrennen erreicht hat, die Bedeutung des Vierkampfs in der 120 Kilometer von Moskau entfernten 150 000-Einwohner Stadt nicht überbewerten: "Ich habe zwei Höhepunkte in dieser Saison. Die Mehrkampf-WM in Berlin und die Einzelstrecken-WM in Nagano. Da will ich in Form sein."

Pechstein schwächelt, entsprechend liegen die Hoffnungen der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) auf Daniela Anschütz-Thoms. Die Team-Olympiasiegerin aus Erfurt reiste in Top-Form nach Kolomna, wo sie beim Weltcup-Debüt der hochmodernen Halle Anfang Dezember Platz drei über 5000m geholt hatte. "Es ist mal wieder an der Zeit, dass ich eine Einzelmedaille hole", sagt Anschütz-Thoms, die 2005 in Heerenveen EM-Zweite geworden war. Tobias Schneider will unter die besten Acht

Doch die Konkurrenz ist groß. Top-Favoritinnen sind Titelverteidigerin Martina Sablikova (Tschechien) und die Vorjahres-Zweite Ireen Wüst aus den Niederlanden, die auf Revanche brennt. Bei der vergangenen EM in Klobenstein/Südtirol hatte Wüst im abschließenden 5 000-m-Rennen einen riesigen Vorsprung von 14,05 Sekunden noch aus der Hand gegeben und am Ende Sablikova den Vortritt lassen müssen. Bei den Männern geht Titelverteidiger Sven Kramer aus den Niederlanden als haushoher Favorit in den Vierkampf. Der deutsche Meister Tobias Schneider, der die Blessuren seines schweren Fahrradunfalls auskuriert hat, hofft auf einen Platz unter den besten Acht und geht mit viel Selbstvertrauen an den Start: "Jetzt geht die Saison für mich erst richtig los."

© SID

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