Eisschnelllauf EM
Pechstein in Hamar auf Titelkurs

Claudia Pechstein hält nach einem Blitzstart bei der Mehrkampf-EM der Eisschnellläufer im norwegischen Hamar Kurs auf ihren zweiten Titel nach 1998. Die 33 Jahre alte Berlinerin übernahm nach dem ersten Tag die Führung.

Bei der Mehrkampf-EM im norwegischen Hamar hat Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein ihren zweiten Titel nach 1998 fest im Visier. In Abwesenheit der verletzten Titelverteidigerin Anni Friesinger (Inzell) übernahm die Favoritin aus Berlin nach Rang drei über 500m und Platz zwei über 3000m zum Auftakt ihres letzten Wettkampfes vor den Winterspielen in Turin (10. bis 26. Februar) nach dem ersten Tag die Führung.

Allerdings verpasste die 33-Jährige nach persönlicher 500-m-Bestzeit von 39,60 Sekunden über die 3000m (4:08,47) als Zweite hinter der Niederländerin Renate Groenewold (4:05,79) ihren ersten Saisonsieg bei einem Einzelstart. Im Gesamtklassement führt Pechstein (81,011 Punkte) zur "Halbzeit" dennoch vor Groenewold (81, 465) und deren Teamkollegin Ireen Wüst (81,636).

Berlinerin freut sich über "hervorragenden Start"

"Das war ein hervorragender Start. Ich habe vor allem nicht gedacht, dass es über die 500m so schnell gehen würde. Das hat sich bei den Läuferinnen vorher nicht angekündigt", sagte Pechstein, die die EM zuvor als "Olympia-Training unter Wettkampfbedingungen" bezeichnet hatte.

Über die 500m gelang der Langstrecken-Spezialistin, deren letzter großer Sieg (3 000-m-Titel bei WM 2004) schon fast zwei Jahre zurückliegt, sogar die beste Angangszeit aller Läuferinnen. Über 3000m hatte Pechstein dagegen auf der letzten Runde Probleme und kam nur knapp vor ihrer Gegnerin Martina Sablikova (Tschechien) ins Ziel.

Anschütz mit ansprechender Leistung

Vor 9 000 Zuschauern im ausverkauften "Wikingerschiff" zeigte derweil die Vorjahres-Zweite Daniela Anschütz-Thoms, die nach überstandener Erkältung ihren ersten Wettkampf im neuen Jahr bestreitet, in der Olympiahalle von 1994 eine ansprechende Leistung. Rang sechs über 500m (40,36) ließ die Erfurterin über die 3000m (4:15,13) Position zehn folgen und belegt damit im Gesamklassement Platz neun. Die Berlinerinnen Lucille Opitz (40, 67/4:14,75) und Katrin Mattscherodt (41,36/4:18,41), die im Sprint ebenfalls persönliche Bestzeit liefen, sind im Zwischenklassement auf den Rängen elf bzw. 17 platziert.

Die Herren warteten vergeblich auf einen 5 000-m-Start, der wegen der defekten Kühlung zunächst immer weiter nach hinten verlegt und dann auf Sonntag verschoben wurde. Die 10.000m sollen nun nach dem geplanten Ende der Veranstaltung am Montag ausgetragen werden.

Pole Niedzwiedzki führt nach dem Sprint

Nach dem Sprint führte der Pole Konrad Niedzwiedzki, der allerdings nach einem klaren Fehlstart 36,01 Sekunden lief. Aus deutscher Sicht überzeugte vor allem der Erfurter Robert Lehmann als Sechster (37,01). Tobias Schneider (Berlin) in persönlicher Bestzeit von 37,55 und Marco Weber (Chemnitz/38,20) schlugen sich auf den Rängen 15 bzw. 19 achtbar. Am Sonntag werden nach den Rennen über 1500m und 5000m (Damen) sowie 1500m und 10.000m (Herren) die Europameister gekürt.

Titelverteidiger bei den Herren ist Doppel-Olympiasieger Jochem Uytdehaage aus den Niederlanden. Bei den Damen hatte im vergangenen Jahr in Heerenveen Friesinger vor Anschütz und Pechstein gewonnen. Die Top-Allrounderin aus Inzell, die die letzten vier EM-Titel holte, kann wegen einer Fleischwunde am Fuß derzeit nur Aufbautraining in Erfurt absolvieren.

Friesingers große Konkurrentin Pechstein startet in Hamar zum 14. Mal bei Europameisterschaften. Der einzige Sieg (fünfmal Silber, zweimal Bronze) gelang der 33-Jährigen 1998 in Helsinki.

© SID

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