Eisschnelllauf EM
Pechstein läuft in Hamar zum Mehrkampf-Titel

Mit einem zweiten Rang im abschließenden 5 000-m-Rennen hat sich Claudia Pechstein den Mehrkampf-Titel bei der Eisschnelllauf-EM in Hamar gesichert. Die Niederländerin Renate Groenewold wurde Zweite.

Rundum zufrieden kann Claudia Pechstein mit ihrer Olympia-Generalprobe sein. Bei der Eisschnelllauf-EM in Hamar 26 Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Turin hat Pechstein ihre Durststrecke beendet, die deutsche Erfolgsserie ausgebaut und ihren zweiten Titel nach 1998 geholt. In Abwesenheit der verletzten Allround-Königin Anni Friesinger holte die Berlinerin den siebten deutschen Sieg in Folge. Dabei gelang Pechstein das Kunststück, ohne einen Einzelsieg auf den vier Strecken Europameisterin zu werden.

"Wichtig ist: Ich bin auf einem guten Weg in Richtung Turin. Jetzt kann ich mich voll auf Olympia konzentrieren", sagte Pechstein. "Natürlich wäre es schön, wenn das in Turin wieder so klappen würde", meinte die viermalige Olympiasiegerin in Anspielung an ihr Triumph-Jahr 2002. Damals gewann die 33-Jährige bei der EM ihr erstes Saisonrennen und holte dann wenige Wochen später bei Olympia in Salt Lake City zweimal Gold: "Klar, dass man nicht unbedingt wieder damit rechnen kann. Trotzdem denke ich gerne an diese schönen Momente zurück."

Medaillen für Groenewold und Wüst

Außerdem durfte sich Pechstein über ihren ersten Erfolg bei einem großen Wettkampf seit knapp zwei Jahren (3 000-m-Gold bei der WM 2004) freuen - nachdem die Veranstaltung wegen eines Defekts im Kühlsystem schon kurz vor dem Abbruch gestanden hatte. Am Sonntag lief die Maschine wieder, und Pechstein sicherte sich im 5 000-m-Rennen vor 9 000 Zuschauern im ausverkauften "Wikingerschiff", darunter Norwegens König Harald, den Titel durch einen zweiten Platz über 5000m. Im Endklassement verwies die 33-Jährige die Niederländerinnen Renate Groenewold, die im direkten 5 000-m-Duell nicht mehr an Pechstein herankam, und Ireen Wüst auf die Plätze zwei und drei.

Weitere gute Platzierungen und damit auch die Norm für die Mehrkampf-WM Mitte März in Calgary gelangen Lucille Opitz (Berlin) als Siebte und Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt/Platz acht), die nach überstandener Erkältung allerdings noch nicht wieder die Alte war. Friesinger-Ersatz Katrin Mattscherodt (Berlin) verpasste das 5 000-m-Rennen der besten 16 und damit einen WM-Platz.

Pechstein vom Tempo im 500m-Rennen überrascht

Den Grundstein zum Erfolg hatte Pechstein am Samstag mit einem dritten Platz und persönlicher Bestzeit (39,60) über 500m sowie Rang zwei hinter Groenewold über 3000m (4:08,47) gelegt. "Ich habe vor allem nicht gedacht, dass es über die 500m so schnell gehen würde", meinte Pechstein, die allerdings über 3000m ungewohnte Schwächen auf der Schlussrunde zeigte. Auch die 1500m liefen nicht rund (Platz drei in 1:58,04), "aber das ist nicht meine Strecke, deshalb war das kein Problem", erklärte Pechstein, die über 5000m (7:08,02) Zweite hinter der Tschechin Martina Sablikowa wurde.

Fabris holt den Titel bei den Männern

Bei den Männern ging der Titel an Enrico Fabris. Dem 24-Jährigen Italiener reichte im 10.000m-Rennen Platz sieben, um im Gesamtklassement mit 151,523 Punkten seinen Vorsprung auf die Norweger Eskil Ervik und Harvard Bökko erfolgreich zu verteidigen. Laufsieger wurde ebenfalls ein Norweger: Lasse Saetre gewann in der Bahnrekordzeit von 13:14,15 Minuten.

Der Berliner Tobias Schneider sicherte der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) durch Rang 13 im 10.000m-Rennen (13:44,46) den einzigen Herren-Startplatz bei der Mehrkampf-WM Mitte März in Calgary. Der deutsche Meister wurde im Endklassement mit 155,240 Punkten Zwölfter und erfüllte damit die WM-Norm. Der Erfurter Robert Lehmann und Marco Weber aus Chemnitz hatten einen Startplatz im 10.000m-Rennen verpasst.

© SID

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