Eisschnelllauf EM
Pechstein verpasst EM-Podestplatz

Claudia Pechstein ließ sich bei der Eisschnelllauf-Mehrkampf-EM beim abschließenden 5 000-m-Rennen noch von der Russin Martina Sablikova vom Bronze-Rang drei verdrängen. Sven Kramer verteidigte bei den Männern den Titel.

Claudia Pechstein hat bei den Mehrkampf-Europameisterschaften im russischen Kolomna ihren dritten Platz noch verloren. Beim abschließenden 5 000-m-Rennen musste die 35 Jahre alte Streckensiegerin und Titelverteidigerin Martina Sablikova vorbeiziehen lassen und sich letztlich mit dem vierten Platz begnügen.

In einem wahren Herzschlagfinale hat die Team-Olympiasiegerin ihre zehnte Medaille beim 16. EM-Start verpasst und musste sich schon zum siebten Mal in dieser Saison mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. "Wieder Platz vier, das ist unglaublich", sagte Pechstein, die wenige Minuten nach ihrem Rennen trotz ihre Pechsträhne aber schon wieder lächeln konnte. Dennoch meinte sie: "Die 5000m sind eigentlich meine Lieblingsstrecke, aber diesmal habe ich sie gehasst. Die Beine waren einfach unglaublich schwer."

Sablikova nahm der Altmeisterin aus Berlin über die 5 000 Meter über zwölf Sekunden ab und verdrängte Pechstein noch vom Bronzerang. Neue Europameisterin wurde die Niederländerin Ireen Wüst vor ihrer Teamkollegin Paulien van Deutekom.

Zum zweiten Mal in Serie ohne Medaille

Weil auch Daniela Anschütz-Thoms als Fünfte die angestrebte Medaille verfehlte, mussten die erfolgsverwöhnten deutschen Kufenstars eine erneute EM-Enttäuschung hinnehmen. Pechstein und Co. gingen zum zweiten Mal in Folge leer aus, nachdem sie 26 Jahre hintereinander bei Europameisterschaften immer eine Medaille geholt hatten.

Trotz einer Erkältung hatte sich Pechstein in der 150 000-Einwohner-Stadt 120 Kilometer vor den Toren Moskau hervorragend geschlagen. Nach einem fünften Platz über 500m und zwei vierten Rängen über 1 500 und 3000m ging der Altmeisterin über 5000m im direkten Duell mit ihrer Konkurrentin van Deutekom aber die Puste aus. Dennoch lag sie vor dem letzten Lauf, als Wüst gegen Sablikova antrat, noch neun Sekunden vor der Tschechin. Doch die Weltrekordlerin spulte wie ein Uhrwerk ihre Runden ab und verwies die Deutsche noch auf Platz vier.

"Erkältung steckt mir in den Knochen"

Pechstein war schon nach dem ersten Tag zurückhaltend geblieben. "Ich rechne mir nichts aus", sagte die zweimalige Europameisterin, die schon zur Halbzeit auf Rang drei gelegen hatte: "Die Erkältung steckt mir in den Knochen." Auch die aufmunternden Worte von Trainer Peter Müller ("Sie ist immer noch gut für Gold") halfen Pechstein am Ende vor 6 500 Zuschauern in der ausverkauften Eishalle nicht weiter.

Auch Weltmeisterin Wüst blieb außer Reichweite. Die 20-Jährige meldete sich nach einem Formtief eindrucksvoll zurück und unterstrich mit ihrem ersten EM-Titel die Anwartschaft auf eine Medaille bei der Sprint-WM in einer Woche vor eigenem Publikum in Heerenveen. Titelverteidigerin ist dort Anni Friesinger, die im Gegensatz zu Wüst wegen ihres Starts in der niederländischen Kufenhochburg auf die EM verzichtete.

Zumindest etwas Grund zur Freude hatte Helge Jasch, Teamchef der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg). Neben Pechstein und Anschütz-Thoms qualifizierten sich auch die deutsche Meisterin Katrin Mattscherodt aus Berlin als Neunte und Team-Olympiasiegerin Lucille Opitz aus Erfurt als Elfte für die Heim-WM in Berlin am 9. und 10. Februar.

Dann geht es auch für Pechstein wieder ans Eingemachte, denn ihre Aussage steht nach wie vor: Sollte sie bei der Allround-WM in ihrer Heimatstadt und bei der Einzelstrecken-WM in Nagano im März keine Medaille holen, will sie ihre Karriere beenden.

Sven Kramer schnellster Mann Europas

Sven Kramer war in Kolomna auf dem Eis wieder der schnellste Mann Europas. Der Niederländer verteidigte seinen Titel. Der 21 Jahre alte Weltmeister setzte sich im Vierkampf nach drei Streckensiegen souverän vor dem Norweger Havard Bökko und Enrico Fabris aus Italien durch. Als bester Deutscher belegte der Berliner Tobias Schneider wie im Vorjahr in Klobenstein den guten siebten Rang. Robert Lehmann aus Erfurt wurde Zwölfter.

© SID

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