Eisschnelllauf International
Wolfs Calgary-Weltrekord wackelt

Jenny Wolfs Weltrekord über 500m, den die Eissprinterin in Calgary aufgestellt hat, ist auf dem Prüfstand. Der Weltverband ISU vermutet Unregelmäßigkeiten bei der neuen elektronischen Zeitmessanlage.

Gerade einmal gut eine Woche ist Jenny Wolfs jüngste Weltrekordmarke über 500m alt, da droht ihr schon wieder die Aberkennung durch den Eissport-Weltverband ISU. Eine Expertenkommission der ISU unter Leitung ihres Präsidenten Ottavio Cinquanta untersucht die Unregelmäßigkeiten in der Zeitmessung beim Weltcup in Calgary, wo die Berlinerin Eissprinterin die Bestzeit (37,02) aufgestellt hatte. Die ISU reagierte auf einen Protest des niederländischen Verbandes Knsb.

Die in Calgary gelaufenen Weltrekorde - neben Wolf lief noch der Niederländer Sven Kramer über 5000m Bestzeit - stehen auch unabhängig von der laufenden ISU-Untersuchung auf dem Prüfstand. "Bis ein Weltrekord anerkannt wird, finden verschiedene Auswertungen statt, die dem ISU-Council vorgelegt werden. Dabei handelt es sich um eine Analyse der Zeitmessstreifen, der Dopingkontrolle und falls notwendig auch der Zielfotos. Bis zur offiziellen Anerkennung dauert es in der Regel bis nach der Saison", sagte Günter Schumacher, Sportdirektor der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) und Mitglied der Technischen Kommission der ISU.

Neue Zeitmessanlage sorgt für Chaos

In Calgary hatte in mehreren Rennen die neue elektronische Zeitmessanlage des Olympic Oval zu spät gestoppt, Kontrollmechanismen fehlten. Die Unregelmäßigkeiten fielen im 1 000-m-Rennen der Männer auf. Dort hatte der Niederländer Simon Kuipers die Ziellinie mit einem Minimalvorsprung vor seinem Laufpartner Shani Davis (USA) überquert. Dennoch wurden für Davis 1:07,40 Minuten und für Kuipers 1:07,42 gemessen.

Nach einem Protest der "Oranje" setzte der kanadische Schiedsrichter Jim Mcclements Kuipers zunächst auf Rang drei und Davis auf Platz vier. Nach Ende der Veranstaltung änderte die Jury das Ergebnis wieder. Gegen diese Entscheidung legten die Niederländer Protest ein.

Wolf bleibt auf jeden Fall Weltrekordlerin

Auf TV-Bildern aus Calgary, aufgenommen aus verschiedenen Perspektiven, ist deutlich zu erkennen, dass Kuipers vor Davis ins Ziel kam. Weitere TV-Bildanalysen zeigten, dass in mehreren Fällen Sportler, die auf der Innenbahn die Ziellinie überquerten, bis um 0,04 Sekunden benachteiligt wurden.

Sollte Wolfs Bestzeit nicht anerkannt werden, wäre sie weiterhin Weltrekordlerin, da sie bei ihrem WM-Titel am 10. März in Salt Lake City auch die alte Marke aufgestellt hatte.

© SID

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