Eisschnelllauf National
CAS-Ankündigung dämpft Pechsteins Olympia-Hoffnung

Claudia Pechstein muss sich noch in Geduld üben. Der Internationale Sportgerichtshof wird im Dopingfall Pechstein voraussichtlich erst "in etwa zwei Wochen" ein Urteil verkünden.

Claudia Pechstein hat auf dem Weg zum erhofften Freispruch einen herben Rückschlag hinnehmen müssen: Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die Urteilsverkündung im Dopingfall der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin verschoben. Wie der CAS am Mittwochabend bekannt gab, werde die Entscheidung "in etwa zwei Wochen" veröffentlicht. Als Hintergrund nannte der CAS, dass das dreiköpfige Schiedsgericht das Urteil zusammen mit der schriftlichen Begründung verkünden wolle. Die Beratungen und die Erstellung des Urteils seien noch nicht abgeschlossen.

Damit geht das bange Warten für Pechstein weiter, und auch die Zeit bis zu Olympia in Vancouver wird allmählich knapp. Ihr Manager Ralf Grengel war am Mittwochabend restlos bedient. "Ich kenne die Hintergründe nicht, aber ich finde die Achterbahnfahrt der Gefühle, die Claudia hier zugemutet wird, mehr als befremdlich", sagte Grengel: "Was das sportlich heißt, kann sich jeder ausmalen. Das ist für Claudia eine große Benachteiligung in Richtung Olympia."

Pechsteins Olympia-Chancen schwinden

Unmittelbar nach der Berufungsverhandlung in Lausanne hatte der CAS erklärt, dass die Bekanntgabe des Urteils nicht vor dem 10. November zu erwarten sei. Kurze Zeit später wurde der 5. November genannt. Nun ist Pechsteins Traum geplatzt, schon beim Weltcup-Auftakt ab Freitag in ihrer Heimatstadt Berlin starten zu können. Wahrscheinlich wird sie nun auch den zweiten Weltcup eine Woche später in Heerenveen verpassen.

Dies hat im Falle eines Freispruchs schwerwiegende Konsequenzen für einen möglichen Olympiastart Pechsteins. Zum einen fehlen ihr die Wettkämpfe, zum anderen schwinden die Chancen, sich für eine erfolgversprechende Startgruppe bei Olympia in Vancouver zu qualifizieren, vorausgesetzt, sie schafft es überhaupt noch.

"Offensichtlich tut sich der CAS schwer mit der Urteilsfindung. Ich bin nicht glücklich darüber. Das ist für Claudia in Hinblick auf Olympia nicht günstig. Für sie wird es jetzt doppelt schwer", sagte Gerd Heinze, Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg), der Pechstein stets unterstützt hat. Ein negatives Indiz für Pechstein in Hinblick auf das Urteil sieht Heinze allerdings nicht: "Ich sehe nur, dass die Richter größte Genauigkeit walten lassen. Alles andere ist reine Spekulation."

Kuipers "total überrascht"

Harm Kuipers, zuständiger Arzt des Eislauf-Weltverbandes ISU, zeigte sich "total überrascht" von der CAS-Ankündigung. Aus dem Pechstein-Lager war am Mittwochabend zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die ISU hatte Pechstein nur aufgrund von Indizien und ohne direkten Dopingbefund für zwei Jahre gesperrt.

Dass das Schiedsgericht zunächst die Bekanntgabe auf einen Termin vor den ersten Weltcup an diesem Wochenende in Berlin verlegt hatte, werteten Prozessbeobachter als positives Zeichen für Pechstein. Zuvor hatte das Lager der 37-Jährigen den CAS mehrfach darauf hingewiesen, wie wichtig der erste Weltcup im Hinblick auf die Winterspiele in Vancouver ist.

Sollte Pechstein nach dem Weltcup in Heerenveen freigesprochen werden, blieben ihr nur noch die Weltcups in Hamar (21./22. November) sowie auf den Hochgeschwindigkeitsbahnen in Calgary (4. bis 6. Dezember) und Salt Lake City (11. bis 13. Dezember) als Vorbereitungs- und Qualifikationsmöglichkeit. Zudem steht vor Olympia noch die EM in Hamar (8. bis 10. Januar) auf dem Programm. Die Olympischen Spiele beginnen am 12. Februar.

© SID

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