Eisschnelllauf National
Heinze: Bei Pechstein gilt die Unschuldsvermutung

Im Gespräch mit dem SID hat Desg-Präsident Gerd Heinze der dopingverdächtigten Claudia Pechstein den Rücken gestärkt: "Für uns gilt die Unschuldsvermutung", sagte Heinze.

Gerd Heinze, Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft Desg, hat sich im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) zum möglichen Doping-Fall Claudia Pechstein geäußert.

SID: Herr Heinze, Claudia Pechstein ist vom Weltverband ISU wegen angeblichen Blutdopings für zwei Jahre suspendiert worden. Wie bewerten Sie diese Sperre?"

Gerd Heinze: "Ich erwarte und hoffe, dass der internationale Sportgerichtshof CAS dieses Urteil kippen wird. Hier wird nicht aufgrund von Fakten, sondern aufgrund von Indizien geurteilt. Ich bin nicht bereit, unseren Sport für so ein Experiment herzugeben."

SID: "Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft steht fest zu Claudia Pechstein, obwohl der Weltverband sie für schuldig hält und sperrt..."

Heinze: "Für uns gilt, übrigens genau wie für den Deutschen Olympischen Sportbund, die Unschuldsvermutung. Ohne ins Detail zu gehen: Unsere Sachverständigen sehen in der Argumentation der ISU erhebliche Mängel. Zudem sehen wir auch den Menschen Claudia Pechstein, der immer für einen sauberen Sport stand. Wir werden an ihrer Seite stehen, bis Klarheit herrscht. Und für diese Klarheit wird der CAS sorgen."

SID: "Fürchten Sie um den Ruf des Eisschnelllaufs?"

Heinze: "Natürlich. Dass man diese Wunde jemals wird heilen können, wage ich zu bezweifeln. Das ist bitter, zumal wir immer alles für einen sauberen Sport getan haben."

SID: "Wie werden Sie jetzt weiter vorgehen?"

Heinze: "Wir werden beim CAS ein beschleunigtes Verfahren beantragen. Spätestens im Dezember wollen und müssen wir endgültig Bescheid wissen. Schließlich stehen die Olympischen Spiele in Vancouver vor der Tür."

SID: "Hat sich der Hauptsponsor der Desg, die DKB-Bank, schon bei Ihnen gemeldet?"

Heinze: "Nein, und ich gehe von unseren vertraglichen Grundlagen (Vertrag bis Olympia 2010, d. Red.) aus. Dass so ein Unternehmen über solch einen Fall nicht erfreut ist, ist verständlich."

SID: "Gibt es eine Ausstiegsklausel?"

Heinze: "Ja."

© SID

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