Eisschnelllauf National
ISU blockt "Kuhhandel"-Vorwürfe ab

Nach den Vorwürfen von Claudia Pechstein, ihr in der Dopingaffäre einen "Kuhhandel" angeboten zu haben, setzt sich der Eisschnellauf-Weltverband ISU nun zur Wehr.

Der Eisschnelllauf-Weltverband ISU wehrt sich im Zuge des Dopingfalls Claudia Pechstein gegen Vorwürfe, einen "Kuhhandel" angeboten zu haben. "Wir haben Desg-Teamleiter Helge Jasch erklärt, dass wir abweichende Blutwerte festgestellt hätten, die möglich im Gegensatz zum Antidopingkode stehen. Die Ursachen seien Krankheit oder Manipulation. Wir haben kein Startverbot ausgesprochen und auch keinen Rat gegeben, was die Desg und Claudia tun sollten", sagte Professor Harm Kuipers (Niederlande), zuständiger ISU-Arzt bei der Mehrkampf-WM in Hamar, dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Bei der WM in Norwegen war bei Pechstein ein erhöhter Wert der Retikulozyten festgestellt worden. Am vergangenen Freitag sperrte die ISU Pechstein für zwei Jahre, obwohl kein positiver Dopingbefund vorlag. Nach Aussage der fünfmaligen Olympiasiegerin und von Gerd Heinze, Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg), hat die ISU daraufhin geraten, unter dem Vorwand einer Krankheit abzureisen, um die Sache in Ruhe zu untersuchen.

ISU-Vize sieht sich in Interessenkonflikt

Außerdem soll laut Heinze die ISU Pechstein angeboten haben, den Fall komplett zu vertuschen, sollte sie ihre Karriere sofort beenden. "Davon weiß ich nichts. Das höre ich heute zum ersten Mal", sagte Kuipers. Gerhard Zimmermann, ISU-Vizepräsident und bis vor vier Jahren Desg-Präsident, räumte ein, dass es "unter den Juristen" durch ISU-Chefankläger Gerhardt Bubnik (Tschechien) "einen entsprechenden Vorschlag gegeben haben könnte". Bis ins ISU-Präsidium sei dieser aber nicht vorgedrungen: "Wir waren da außen vor. Die Disziplinarkommission ist zuständig."

Zimmermann sieht sich derweil durch seine Nähe zur Desg in einem Interessenkonflikt. "Ich habe das Problem, dass ich mitten drin stehe. Meine These lautet: Ich glaube alles und ich glaube nichts. Ich will Claudia gerne glauben, sehe aber auch sehr gute Argumente der anderen Seite." Er hoffe nun auf ein "weises Urteil" des Internationalen Sportgerichts CAS.

Kuipers wiedersprach zudem einer Darstellung Pechsteins, sie selbst habe den ISU-Mediziner auf eine fehlerhafte Beschriftung der Dopingprobe aufmerksam gemacht: "Es war alles in Ordnung mit der Beschriftung der Proben."

© SID

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