Eisschnelllauf National
ISU verkürzt Anklagezeitraum im Fall Pechstein

Überraschend hat der Eislauf-Weltverband ISU den Anklagezeitraum im Dopingfall Claudia Pechstein um sieben Jahre auf den Zeitraum Oktober 2007 bis 2009 verkürzt.

Wenige Wochen vor der Verhandlung vor dem Sportgerichtshof CAS in Lausanne überrascht der Eislauf-Weltverband ISU im Dopingverfahren gegen Claudia Pechstein mit einer Verkürzung des Anklagezeitraums. Nachdem die fünfmalige Olympiasiegerin in der ersten Anklageschrift vom März 2009 noch des Blutdopings im Zeitraum von 2000 bis 2009 beschuldigt wurde, hält die ISU diese Vorwürfe nun nur noch für Oktober 2007 bis Februar 2009 aufrecht. Das berichtet die Tageszeitung Die Welt (Montagsausgabe).

"Ich bin ohne Beweise öffentlich geächtet worden, das kann die ISU nie wieder gutmachen", ließ Pechstein am Sonntag über ihren Manager Ralf Grengel dem SID ausrichten. Sie habe schon im August verlangt, dass sich der Weltverband bei ihr entschuldigen sollte, sagte die 37-Jährige: "Für den nun ausgesparten Zeitraum kann der Weltverband damit schon mal beginnen."

Auf Werte vor Oktober 2007 wolle die ISU nur noch dann zurückgreifen, wenn es notwendig sei, Anschuldigungen Claudia Pechsteins zurückzuweisen. Das geht nach Recherchen der "Welt" aus einem Schriftsatz hervor, den die ISU als Erwiderung auf die Pechsteinberufung beim CAS eingereicht hat.

Manager Grengel: "Das ist ein Skandal"

Für Grengel ist es unglaublich wie unverfroren die ISU agiert: "Jemanden zunächst zu beschuldigen, er hätte fast ein Jahrzhent lang gedopt, um den Zeitraum dann kurz vor dem Berufungsverfahren auf 15 Monate zu verkürzen ist ein Skandal", sagte der Pechstein-Manager dem SID: "Dieses hilflose agieren zeigt, dass die ISU erkannt hat, auf welch dünnem Eis sie sich bewegt." Grengel hofft, dass der Schlingerkurs auch vor dem CAS Eindruck machen wird.

Die wegen auffälliger Blutwerte von der ISU für zwei Jahre gesperrte Eisschnellläuferin hatte auf einer Pressekonferenz am 6. August 2009 in Berlin schwere Anschuldigungen gegen die ISU erhoben. Damals war von falschen Barcodes, fehlenden Testergebnissen und zurückgehaltenen Beweismitteln die Rede. Die ISU hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und auf das schwebende Verfahren vor dem CAS verwiesen.

Der Internationale Sportgerichtshof hat mittlerweile aufgrund eines Eilantrags Pechsteins das Trainingsverbot gegen Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin aufgehoben und angekündigt, in der Hauptsache im Oktober verhandeln zu wollen, um noch vor dem Saisonstart Anfang November zu einem endgültigen Urteil zu kommen.

© SID

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