Eisschnelllauf National
Pechstein-Freund klagt Dopingexperten Franke an

Matthias Große, Freund der gesperrten Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, hat laut Bild am Sonntag den Heidelberger Dopingexperten Werner Franke wegen Volksverhetzung angezeigt.

Der Berliner Unternehmer Matthias Große, Freund und Sponsor der wegen auffälliger Blutwerte gesperrten Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, hat den Dopingexperten Werner Franke bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg wegen angeblicher Volksverhetzung angezeigt. Pechstein-Manager Ralf Grengel bestätigte dem SID einen entsprechenden Bericht der Bild am Sonntag.

Die Klage bezieht sich auf Frankes Aussagen über den Berliner Stadtteil Hohenschönhausen, wo nach Meinung des Heidelberger Molekularbiologen in dem Stasi-Klub Dynamo Berlin die Keimzelle des systematischen Dopings in der ehemaligen DDR saß. Seit ihrer Kindheit trainiert auch Pechstein in Höhenschönhausen. Dort gebe es kaum einen Pflasterstein, der nicht mit Anabolika gedopt sei, hatte Franke behauptet.

Bei Verurteilung drohen Franke bis zu fünf Jahre Gefängnis

"Er kann gerne mal nach Hohenschönhausen kommen und sich die Pflastersteine angucken. Solche unqualifizierten Äußerungen gehören bestraft", sagte Große dem SID und bezeichnete die Aussagen Frankes als "peinlich". Für Große ist damit der Tatbestand der Volksverhetzung nach Paragraph 130, Absatz 1, Ziffer zwei des Strafgesetztbuches erfüllt. Dieser besagt, dass sich jemand der Volksverhetzung schuldig macht, wenn er "die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet." Bei einer Verurteilung droht Franke laut Gesetzbuch eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren.

Allerdings ist sich Franke sicher, dass es zu keinem Verfahren kommen wird. "Ich weiß von keiner Anzeige, aber wenn es so ist, dann finde ich es süß", sagte Franke dem Sport-Informations-Dienst (SID) und ergänzte: "Ich glaube, dass sich auch die Leute von der Staatsanwaltschaft köstlich amüsieren werden, denn dort hat man die Intelligenz, ironische Kommentierungen auch als solche zu verstehen."

© SID

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