Eisschnelllauf National
Pechstein: "Habe nicht mein Karriereende erklärt"

Der Olympia-Traum ist für Eisschnellläuferin Claudia Pechstein zwar geplatzt, ihr Karriere-Ende will die fünfmalige Olympiasiegerin aber noch nicht verkünden.

Der Olympia-Traum ist für Eisschnellläuferin Claudia Pechstein in Salt Lake City zwar geplatzt, ihr Karriere-Ende will die fünfmalige Olympiasiegerin trotz verpasster Qualifikation aber noch nicht verkünden.

Frage: "Frau Pechstein, Sie müssen ihre Olympia-Träume endgültig begraben. Sie hätten den achten Platz erreichen müssen, sind aber nur 13. geworden. Wie haben Sie ihr erstes Rennen seit zehn Monaten erlebt?"

Claudia Pechstein: "Ich habe versucht, meine Chance zu nutzen, das ist mir leider nicht gelungen. Aber mit so einer Vorbereitung und so einem Vorwurf, den ich seit zehn Monaten mit mir herumschleppe, ist es auch sehr schwer. Andererseits denke ich, dass nur wenige überhaupt hier hingefahren wären. Ich habe es wenigstens versucht. Ich wusste es nicht sofort, dass meine Zeit nicht reichen würde. Auch die anderen hätten sich schwer tun können. Aber es wurde dann ganz schnell klar, dass es nicht reichen würde."

Frage: "Ihnen fehlten zweieinhalb Sekunden zum ominösen achten Platz ..."

Pechstein: "Ich war mit meinem Rennen überhaupt nicht zufrieden. Am Ende ist es egal, ob ein paar Zehntel oder ein paar Sekunden gefehlt haben. Ich bin 13. geworden, und diese Zahl sagt viel aus."

Frage: "Wie viel Verbitterung verspüren Sie angesichts Ihrer endgültig verpassten Olympiachance?

Pechstein: "Ich kann nur sagen: Vielen, vielen Dank an die ISU (Eislauf-Weltverband, der die Zwei-Jahres-Sperre wegen auffälliger Blutwerte ausgesprochen hat, d.Red.), dass sie mich so im Regen stehen lassen hat. Wenn die sich alle meine Werte richtig angeschaut hätten, wäre ich bestimmt schon lange wieder im Weltcup dabei. Die ISU hat mir diese Chance genommen - vielen, vielen Dank. Sie will mich zermürben, aber ich kämpfe weiter. Ich habe Recht, und das werde ich mir erkämpfen."

Frage: "Haben Sie während des Rennens an Ihren Dopingfall gedacht?"

Pechstein: "In jeder Sekunde, und das ist es, was so weh tut: nichts gemacht zu haben, aber der Arsch der Nation zu sein. Das ist krass. Und was die Zermürbung der ISU angeht: Ich komme ins Ziel und muss sofort zur Dopingkontrolle - was bitte ist denn das? Normalerweise passiert das erst nach dem Wettkampf. Das ist alles kein Zufall. Oder die Nada (Nationale Anti-Doping-Agentur, d. Red.): Es ist doch wahnsinnig, wenn die sagen, ich hätte schon seit einem halben Jahr wieder laufen können, wenn ich meine Hintermänner genannt hätte. Leute, die etwas getan haben, sind also eher wieder frei, oder was? Das ist mir alles so unverständlich."

Frage: "Bereuen Sie es, überhaupt diesen Wettkampf gelaufen zu sein?"

Pechstein: "Nein, der Versuch war es wert. Ich habe mich den Umständen entsprechend gut verkauft. Mehr konnte ich nicht machen."

Frage: "Olympia können Sie abhaken. Kämpfen Sie jetzt nur noch um ihren Ruf und beenden Sie Ihre Karriere?"

Pechstein: "Das war mit Sicherheit nicht mein Karriereende. Ich habe nicht mein Karriereende erklärt."

© SID

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