Eisschnelllauf National
Pechstein: "Mit Sicherheit nicht mein Karrierende"

Durch den 13. Platz beim Eisschnelllauf-Weltcup in Salt Lake City bleibt das Tor nach Vancouver für Claudia Pechstein zu. Der SID hat die Stimmen zum Olympia-Aus zusammengestellt.

Der Fall Claudia Pechstein spaltet die Eisschnelllauf-Elite in zwei Lager. Durch den enttäuschenden 13. Rang beim Eisschnelllauf-Weltcup in Salt Lake City hat die fünfmalige Olympiasiegerin den Kampf um eine weitere Teilnahme verloren. Der Sport-Informations-Dienst (SID) hat die Stimmen zum Wettkampf Pechsteins zusammengestellt.

Claudia Pechstein: "Ich habe Recht, und das werde ich mir erkämpfen. Das war mit Sicherheit nicht mein Karriereende. Ich habe in jeder Sekunde des Rennens an den Dopingfall gedacht. Das ist es, was so weh tut: nichts gemacht zu haben, aber der Arsch der Nation zu sein."

Joachim Franke (langjähriger Pechstein-Trainer): "Sie hat eine großartige Leistung vollbracht. Ich habe ihr direkt gemailt und ihr mitgeteilt, dass es wohl sonst keine Läuferin weltweit gegeben hätte, die unter diesen Umständen 4,04 Minuten gelaufen wäre. Ich werde ihr nun auf keinen Fall zum Karriereende raten. Ich würde mir eher auf die Zuge beißen, als mir so etwas anzumaßen. Das ist allein ihre Entscheidung. Ich sehe nur, dass sie große Wut im Bauch hat, aber auch gute, klare Gedankengänge führt."

Michael Vesper (Generaldirektor des Dosb): "Damit ist die Frage nach der Olympiateilnahme sportlich beantwortet. Jetzt bleibt die Entscheidung des Schweizer Bundesgerichts abzuwarten."

Daniela Anschütz-Thoms: "Das ist schon traurig, dass eine so große Karriere auf diese Art zu Ende geht - und davon kann man jetzt wohl ausgehen. Sollte sie wirklich unschuldig sein, und davon gehe ich eher aus als vom Gegenteil, dann ist das eine ganz, ganz bittere Geschichte."

Martin Sablikova (5 000-m-Weltrekordlerin): "Es war zu schwer für sie mit der kurzen Vorbereitung. Ihre Karriere war unglaublich. Ich weiß nicht, ob sie gedopt hat, aber ich hätte ihr gewünscht, noch mal bei Olympia starten zu dürfen."

Bundestrainer Markus Eicher: "Das Thema hat unsere gesamte Mannschaft das ganze Jahr über belastet und gestört. Trotzdem: Für sie ist es natürlich tragisch. Ihr Versuch war aber aller Ehren wert. Ich hatte eigentlich gedacht, sie würde es schaffen."

Desg-Teamchef Helge Jasch: "Dass eine Athletin während des laufenden Wettbewerbs zur Dopingkontrolle muss, habe ich auch noch nicht erlebt. Das ist alles andere als normal. Man hat es ihr hier von Anfang an so schwer wie nur möglich gemacht."

Jenny Wolf: "Jeder hat sich hier voll und ganz auf sich selbst konzentriert."

Stephanie Beckert: "Natürlich ist es schade für sie, dass ihr Olympiatraum ausgeträumt ist. Aber das Thema Pechstein hat mich nicht weiter interessiert. Ich konzentriere mich darauf, mein eigenes Ding zu machen."

© SID

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