Eisschnelllauf National
Pechstein will entlastende Tonbänder vorlegen

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein will dem Schweizer Bundesgericht Tonbandaufnahmen zu ihrer Entlastung vorlegen und so gegen ihre Sperre vorgehen.

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein will mit Hilfe von Tonbandaufnahmen vor dem Schweizer Bundesgericht gegen ihre Dopingsperre vorgehen. Pechsteins Manager Ralf Grengel bestätigte dem SID einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins Focus.

Die Mitschnitte erbringen nach Auffassung der Pechstein-Seite den Beweis, dass vermeintlich entlastende Details aus der Berufungsverhandlung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS im Urteil nicht berücksichtigt oder verfälscht dargestellt worden seien. Zum einen sollen die Mitschnitte belegen, dass eine Expertise des Ulmer Hämatologen Hubert Schrezenmeier von den CAS-Schiedsrichtern als endgültig betrachtet wurde, obwohl sie nur vorläufige Ergebnisse beinhaltete. Schrezenmeier soll dies dem CAS auch schriftlich bestätigt haben.

Grengel: "Belegen, wo uns das rechtliche Gehör abgeschnitten wurde"

Weitere medizinische Gutachten der Wissenschaftler Rasmus Damsgaard und Walter Schmidt, die nach Auffassung Grengels "eindeutig bescheinigen, dass bei Claudia Pechstein kein zweifelsfreier Dopingnachweis geführt werden kann", seien zu unrecht nicht zugelassen und im Urteil ignoriert worden.

"Uns geht es darum zu belegen, wo uns das rechtliche Gehör abgeschnitten wurde", sagte Grengel. Genau diesen Punkt prüft auch das Schweizer Bundesgericht, das als erste nicht-sportliche Rechtsinstanz nun den Fall Pechstein bearbeitet.

Pechstein-Lager kritisiert niederländische Eisschnelllauf-Szene

Das Pechstein-Lager fühlt sich zudem von der niederländischen Eisschnelllauf-Szene hintergangen. Der niederländische Vertreter im Präsidium des Eissport-Weltverbands ISU, Jan Dijkema, soll schon im vergangenen Februar während der WM in Hamar niederländischen Journalisten von auffälligen Werten der Deutschen erzählt haben. Ralf Grengel sagte dem Focus, dies sei "ein klarer Verstoß gegen den Code der Welt-Anti-Doping-Agentur".

Der Eislauf-Weltverband ISU hatte Pechstein wegen auffälliger Blutwerte zu einer zweijährigen Sperre verurteilt, ohne den direkten Dopingnachweis geführt zu haben. Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte das Urteil.

Das Schweizer Bundesgericht gab zuletzt Pechsteins Eilantrag auf einen Start beim Weltcup in Salt Lake City statt, um der 37-Jährigen die Chance zur Erfüllung der Olympianorm zu eröffnen. Pechstein ließ die Gelegenheit ungenutzt und wurde im 3 000-m-Rennen am Freitag 13.

© SID

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