Eisschnelllauf National
Pechstein will ohne Freispruch nicht nach Hamar

Die derzeit gesperrte Claudia Pechstein will ohne Freispruch durch den CAS nicht zum Weltcup nach Hamar fliegen. Das gab die Eisschnellläuferin auf ihrer Internetseite bekannt.

Im Norwegian-Air-Flug ist für sie am Donnerstag ein Platz reserviert, doch die Reise nach Hamar wird immer unwahrscheinlicher. Claudia Pechstein will nur im Falle eines rechtzeitigen Freispruchs durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS zum Eisschnelllauf-Weltcup am Wochenende fliegen. Das verkündete die wegen auffälliger Blutwerte für zwei Jahre gesperrte Läuferin am Mittwoch auf ihrer Homepage (www.Claudia-Pechstein.de).

Dass sie ein Ergebnis bis zum Abflug am Donnerstagmittag erhält, ist mehr denn je fraglich. Der CAS bestätigte auf SID-Anfrage, dass "mindestens 24 Stunden" vor der Bekanntgabe der Entscheidung "vorgewarnt" werde, dass diese veröffentlicht werde. Diese Vorwarnung hatte es bis zum späten Mittwochnachmittag nicht gegeben.

"Beschähmend, wie ich behandelt werde"

"Die Grenze des Zumutbaren ist erreicht", sagte Pechstein. Das lange Warten auf das Urteil und die zweiwöchige Verschiebung der Entscheidung hätten bei ihr Spuren hinterlassen. "Ich empfinde es als beschämend, wie ich behandelt werde. Mittlerweile werde ich das Gefühl nicht los, dass es hier überhaupt nicht mehr um mich geht", schreibt Pechstein, die glaubt, dass ihr Fall für eine sportpolitsiche Entscheidung herhalten müsse.

Durch die lange Warterei hätten sich zu viele Fragen ergeben. Aus diesem Grunde sehe sie sich nicht mehr in der Lage, die Reise anzutreten. Zudem schrecke sie die Aussicht ab, dass sie vor Ort vom Schuldspruch erfahre. "Es wäre für mich nicht zu ertragen, im Rahmen des Weltcups, umlagert von Journalisten, am Freitag die Nachricht eines Schuldspruchs zu erhalten", sagte die 37-Jährige.

"Lange genug gute Miene zum bösen Spiel gemacht"

Pechstein, in deren Fall täglich ein Urteil erwartet wird, kritisierte erneut den Sportgerichtshof in Lausanne, der sich bei der Urteilsfindung zu viel Zeit lasse. "Ich habe jetzt lange genug gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Ich bin es leid, immer die starke Frau zu mimen", sagte Pechstein.

Die fünfmalige Olympiasiegerin betonte, dass es ihr "völlig egal" sei, wie die Richter ihr Urteil begründen würden und ob es möglicherweise Raum für Spekulationen lasse. Sie sei die Beschuldigte und diejenige, die die ganze Hetzerei, die Anfeindungen, Verunglimpfungen und den Rufmord über sich ergehen lassen muss. "Und ich bin es einfach Leid, das alles ertragen zu müssen", schimpfte die Berlinerin.

Pechstein beteuerte erneut ihre Unschuld. Es gebe keinen einzigen Beweis für ihre Schuld, aber mehrere andere Paramater in ihrem Blut, die eindeutig gegen Doping sprächen. Jede Stunde, jede Minute kreisten ihre Gedanken um das, was der Weltverband ihr mit der Sperre angetan hätte. "Ich weißüberhaupt nicht, wie es möglich sein soll, unter diesen Umständen ein Rennen zu laufen", so Pechstein.

© SID

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