Eisschnelllauf National
Schouten: "Was machbar ist, wird umgesetzt"

Mit dem Auftakt der Eisschnelllauf-WM in Salt Lake City kann Neu-Bundestrainer Bart Schouten nicht zufrieden sein. Eine Medaille sei aber am Sonntag in der Teamverfolgung drin, so der Niederländer im Interview.

Von Erfolgen sind die deutschen Eisschnelllauf-Herren in den vergangenen Jahren nicht verwöhnt worden. Mit dem Niederländer Bart Schouten, seit November 2006 Bundestrainer, soll nun alles anders werden. "Wir machen Fortschritte", so Schouten im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) am Rande der WM in Salt Lake City.

sid: "Herr Schouten, als sie ihre Arbeit als Bundestrainer im vergangenen November begonnen haben, trichterten sie den deutschen Herren ein, dass sie auch um Siege mitlaufen könnten. Zum WM-Start in Salt Lake City erreichten Robert Lehmann, Marco Weber und Tobias Schneider über 5000m die Plätze 12, 15 beziehungsweise 23. Haben Sie damals übertrieben?"

Schouten: "Wir müssen weiter an uns glauben. In der Teamverfolgung haben wir im Weltcup Platz drei belegt. Das war ein richtiges Erfolgserlebnis für die Jungs. Wenn alles gut läuft, ist am Sonntag mt der Mannschaft auch eine Medaille möglich."

sid: "Sie glauben also, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist?"

Schouten: "Wir machen Fortschritte. Ich bin stolz darauf, was die Jungs erreicht haben. Alle haben ihre persönlichen Bestzeiten in dieser Saison verbessert. Platz zwölf von Lehmann im 5 000-m-Rennen ist im Vergleich mit Rang 20 von Jens Boden in Turin 2006 ein Fortschritt. Wir haben fünf Jungs, die im Weltcup eine Top-10-Platzierung geschafft haben. Wenn es nur einer wäre, dann wäre es für mich eine Enttäuschung."

sid: "Tobias Schneider hat beim Weltcup in Moskau mit Platz zwei für die beste Platzierung der Saison gesorgt, nun wird er bei der WM über 5000m Vorletzter. Wie passt das zusammen?"

Schouten: "Das Ergebnis passt nicht zu seinem Niveau. Tobias´ Probleme haben physiologische Ursachen. Er hat auf dieser Höhe Probleme mit dem Austausch von Sauerstoff. Er verkraftet lange Flugreisen sehr schlecht und braucht viel Zeit, um sich umzustellen. Wir müssen mit Wissenschaftlern darüber sprechen, wie wir mit dem Problem umgehen. Vielleicht war die Saison auch zu lang für ihn. Er muss mit Druck fertigwerden und hat auf einmal auch mit den Medien zu tun - alles neue Erfahrungen."

sid: "Wie geht es nun weiter?"

Schouten: "Ich habe noch nicht alles gemacht, was ich trainingsmethodisch neu machen wollte. Wir fahren die Linie weiter. Der Verband hat zwar finanzielle Grenzen, aber der Wille ist da. Was machbar ist, wird umgesetzt. Ich denke aber auch, dass mit mehr Geld noch mehr geleistet werden könnte. Da ist auch die Politik gefragt."

© SID

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