Eisschnelllauf National
Sporthilfe-Chef: Keine Rückendeckung für Pechstein

Sporthilfe-Chef Werner E. Klatten hat das harte Vorgehen im Fall Claudia Pechstein befürwortet. "Wir müssen den Anti-Doping-Kampf in großer Radikalität führen", so der 64-Jährige.

Bei Werner E. Klatten, dem Chef der Stiftung Deutsche Sporthilfe, hält sich das Mitleid für die gesperrte Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein in Grenzen. "Pechstein ist sicher ein Vorbild mit dem, was sie geleistet hat. Aber wir müssen den Anti-Doping-Kampf in großer Radikalität führen. Da können wir nicht nur das Einzelschicksal einer sicher einmal hochgelobten Person im Auge haben, sondern müssen auch das Ganze sehen", sagte Klatten im Interview mit dem Tagesspiegel.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte die Zwei-Jahres-Sperre für Pechstein wegen auffälliger Blutwerte bestätigt. Pechstein bestreitet aktives Doping und will das Urteil vor dem Schweizer Bundesgericht anfechten. "Es gibt bisher keinen Hinweis, dass das Sportgericht aus unsachlichen Motiven heraus zu seiner Entscheidung gekommen ist. Alles andere sind für mich Geschmacksfragen", sagte Klatten.

"Gretchenfrage des Sports"

Doping sei generell die "Gretchenfrage des Sports", meinte der Jurist: "Wir lassen einen Menschen hochleben, aber immer mit dem Vorbehalt, die Hand wieder zurückziehen zu müssen, wenn etwas passiert."

Für das kommende Jahr kündigte der 64-Jährige ein neues Spendenkonzept an, bei dem jeder Sportbegeisterte schon mit drei Euro im Monat ein Förderer der Sporthilfe-Athleten werden kann. "Denn alle wollen doch am Schluss vor dem Fernseher sitzen und sehen, dass ihre deutschen Kollegen Erfolg haben. Und das kostet Geld", sagte Klatten.

© SID

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