Eisschnelllauf Olympia
Garbrecht-Enfeldt hängt Schlittschuhe an den Nagel

Erst trat Rekord-Weltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann zurück, jetzt hat auch Monique Garbrecht-Enfeldt ihre Eisschnelllauf-Karriere beendet. Die neunmalige Sprint-Weltmeisterin erläuterte ihren Schritt am Donnerstag.

Die Reihen der deutschen Eisschnelllauf-Ikonen lichten sich: Fünf Wochen nach Rekord-Weltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann hat auch Monique Garbrecht-Enfeldt ihre Eisschnelllauf-Karriere beendet. Die neunmalige Sprint-Weltmeisterin sagte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in ihrer Heimatstadt Berlin, dass sie ihre alte Leistungsfähigkeit nicht mehr erreichen könne und deshalb ein neues Kapitel in ihrem Leben beginnen möchte.

Ständige Knieprobleme

Nach langwierigen Knieproblemen und zuletzt nur noch mäßigen Leistungen war damit der Traum der neunmaligen Weltmeisterin aus Berlin von ihrer fünften Olympia-Teilnahme 71 Tage vor den Winterspielen in Turin endgültig ausgeträumt.

"Ich möchte ein neues Kapitel in meinem Leben beginnen. Nach 15 Jahren Profi-Eisschnelllauf habe ich mich kurzfristig entschieden, meine Laufbahn zu beenden. Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen", sagte die 36-Jährige auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz in Berlin. Bei der Verkündung wirkte die gebürtige Potsdamerin gefasst, obwohl sie gestehen musste: "Ich bin froh, dass keiner meinen Herzschlag hören kann."

Ausschlaggebend für ihren Rücktritt waren die Leistungen in den letzten Wochen. Vor zehn Tagen beim Weltcup in Salt Lake City belegte sie lediglich die Plätze 22 und 23. "Da habe ich ein anderes Anspruchsdenken", meinte die 36-Jährige. Die endgültige Entscheidung fiel am vergangenen Wochenende. "Es war die ganze Zeit über ein Wechselbad der Gefühle. Mal war die Flamme groß, dann wieder klein. Wenn man so mit sich hadert, kann man keine Top-Leistungen bringen. Dann ist es besser, man hört auf", sagte die Berlinerin.

"Bin zu weit von olympischer Form entfernt"

Immer wieder hatte die Sprinterin in den letzten Wochen beteuert, dass für sie nur im Falle einer Medaillenchance eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Turin in Frage kommen würde. "Seit dem Ende der letzten Saison fielen mir die harten Trainingseinheiten immer schwerer, und heute bin ich zu weit von einer olympischen Form entfernt", sagte Garbrecht-Enfeldt.

Ihre berufliche Zukunft sieht die gelernte Werbekauffrau in der PR-Branche: "Ich absolviere zurzeit eine Weiterbildung." Beim Weltcup in Turin am übernächsten Wochenende will Garbrecht-Enfeldt für das italienische Fernsehen arbeiten: "Allerdings nicht vor der Kamera, sondern als Fachfrau hinter den Kulissen." Auch eine Tätigkeit bei Olympia könnte sich Garbrecht-Enfeldt gut vorstellen, zumal ihr Mann Magnus Enfeldt als Wettkampf-Manager für das Organisations-Komitee (Toroc) arbeitet.

"Es gab drei besonders schöne Augenblicke in meiner Karriere", erzählte sie mit etwas Wehmut. Das sei zum einen der Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City 2002 gewesen, dann der Weltrekord 1999 über 1000m (1:14,61 Minuten) in Calgary/Kanada sowie die Tatsache, dass sie bei einem Wettkampf ihren Mann Magnus Enfeldt kennen gelernt hat.

Bereits 1991 hatte die Berlinerin ihren ersten von insgesamt neun WM-Titeln gewonnen. Bei ihrer Olympia-Premiere holte sie 1992 in Albertville Bronze über 1000m und verpasste Platz drei über 500m nur knapp. Zehn Jahre später war sie erfolgreicher und lief in Salt Lake City über die kurze Sprintstrecke auf den Silberrang.

Garbrecht-Enfeldt sieht durchaus Parallelen zum Rücktritt der 39-jährigen Niemann-Stirnemann. "Ich kann sie sehr gut verstehen. Wenn man die ganze Zeit auf Top-Niveau gelaufen ist, kann man sich mit mittelmäßigen Leistungen nicht mehr zufrieden geben", sagte die Sprinterin, die in den letzten Jahren immer wieder Probleme mit einer Knorpelverletzung im Knie hatte: "Aus diesem Grund konnte ich auch die Vorbereitung auf die laufende Saison nicht optimal gestalten."

© SID

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