Eisschnelllauf Olympia
Knsb sperrt Trainerin und Eisschnellläuferin

Eisschnelllauftrainerin Ingrid Paul und Olympiazweite Gretha Smit (Niederlande) dürfen bis nach den Olympischen Winterspielen 2014 keine Funktionen im Eissportverband Knsb ausüben.

Die niederländische Eisschnelllauftrainerin Ingrid Paul und die 5 000-m-Olympiazweite von 2002, Gretha Smit, dürfen bis nach den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi keine Funktionen im niederländischen Eissportverband Knsb ausüben. Außerdem darf Ingrid Paul ein Jahr lang nicht als Trainerin arbeiten und erhält deswegen auch keine Lizenz.

Mit dieser Entscheidung straften das niederländische NOK und der Knsb die Trainerin und ihren damaligen Schützling für den bewiesenen Bestechungversuch bei den Winterspielen 2006 in Turin. Damals hatte das Team Smit der Polin Katarzyna Wojcicka für den Verzicht auf ihren Startplatz im 5 000-m-Rennen 50 000 Euro und ein Auto angeboten. Bei einem Rückzug der Polin wäre Medaillenkandidatin Smit die erste Nachrückerin gewesen.

In einer NOS-Fernsehdokumentation hatte Wojcicka seinerzeit über den Bestechungsversuch berichtet, den sie aus Gründen der Selbstachtung abgelehnt habe. Eine unabhängige Untersuchungskommission von NOK und Knsb unter der Leitung von drei Volljuristen fand heraus, dass es den Bestechungsversuch tatsächlich gegeben hatte. Zu den Personen, die an der Aktion beteiligt waren, zählt auch der frühere deutsche Bundestrainer Ab Krook. Mit der Begründung, der 66-jährige Krook sei mittlerweile Rentner, wurde er vom NOK nicht bestraft.

Knsb: Eisschnelllauf soll ein sauberer und ehrlicher Sport bleiben

"Diese Maßnahmen sind ein deutliches Signal. Eisschnelllauf ist ein sauberer und ehrlicher Sport im Sinne der olympischen Idee. Das soll auch so bleiben", sagte der Knsb-Vorsitzende Doekle Terpstra. Nach Informationen aus NOK-Kreisen wird sich auch noch das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit dem Fall beschäftigen.

Erbost reagierte Gretha Smit. "Ich habe damals den Brief an die Polin nur weitergeleitet. Ich habe ihn nicht gelesen und darum nicht gewusst, was drin stand. Ich behalte mir rechtliche Schritte vor", sagte sie im Gespräch mit dem Knsb-Pressedienst. Fünf Tage vor der TV-Ausstrahlung der entlarvenden Dokumentation im November 2009 hatte Smit überraschend ihren Rücktritt vom Leistungssport verkündet.

Trainerin Ingrid Paul hat sich offiziell noch nicht zu ihrer Strafe geäußert. Die Medizinerin arbeitet seit einigen Monaten in einem Krankenhaus in Heerenveen und als Teilzeit-Managerin einer Eisbahn in Norwegen. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver war sie Cheftrainerin der kanadischen Eisschnellläuferinnen. Sie kehrte im Frühjahr 2010 in die Niederlande zurück, nachdem Kanada ihren Vertrag nicht verlängert hatte.

© SID

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