Eisschnelllauf Olympia
Olympiasieger Schenk gesteht Manipulation

In seiner am Mittwoch erschienenen Biographie gesteht der niederländische Eisschnelllauf-Olympiasieger von 1972, Ard Schenk, das Rennen über 10 000 Meter manipuliert zu haben.

Eisschnelllauf-Olympiasieger Ard Schenk aus den Niederlanden hat bei den Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo (Japan) die Auslosung und die Startreihenfolge für das Rennen über 10.000m manipuliert. In seiner am Mittwoch zum 65. Geburtstag erschienenen Biographie schreibt der ehemalige Eisschnelllaufkönig, dass er seinem ebenfalls berühmten Teamkollegen Kees Verkerk über 10.000m helfen wollte, Gold zu gewinnen. Schenk war bereits über 1 500 und 5000m Olympiasieger geworden.

Deshalb habe er gemeinsam mit Trainer Pfrommer den japanischen Organisatoren erklärt, dass bei der Gruppeneinteilung ein Fehler unterlaufen sei, erzählte Schenk im niederländischen Fernsehen. Nach dem damaligen Reglement des Eisschnelllauf-Weltverbandes ISU starteten die besten Läufer in der ersten Gruppe, in der Schenk eingeteilt war. Verkerk war in die dritte Gruppe gelost worden. Schenk und Pfrommer sorgten dafür, dass die Einteilung neu vorgenommen wurde. "Wir haben sie total nervös gemacht. Sie haben nicht bemerkt, dass wir die Namen ausgetauscht haben", so Schenk.

Schenk holte trotzdem Gold

Damit konnte Verkerk in der ersten Gruppe starten, die bei Freiluftwettkämpfen meistens die besseren Eisbedingungen hatte. Verkerk lief eine Superzeit. "Man gratulierte ihm schon zum Sieg. Das ärgerte mich und weckte meinen Ehrgeiz", berichtete Schenk. In der dritten Gruppe unterbot er auf schlechtem Eis dann doch Verkerks Zeit und gewann seine dritte Goldmedaille. Verkerk musste sich wie zuvor im 5 000-m-Rennen mit Silber begnügen.

"Natürlich war Kees enttäuscht, dass ich mich nicht bremsen konnte. Heute sind wir wieder gute Freunde", sagte der Eisschnelllaufstar der Winterspiele von 1972. Diese drei Olympiasiege machten Schenk in seinem Heimatland zu einem Idol.

© SID

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