Eisschnelllauf Olympia
Regeländerung zerstört Kotjugas Olympia-Träume

Wegen einer Regeländerung darf die des Dopings verdächtigte Weißrussin Anschelika Kotjuga nicht in Turin an den Start gehen. Die ISU veränderte nachträglich die für Eisschnellläufer zu erreichende Olympia-Norm.

Der Traum von einer Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2006 ist für Eisschnellläuferin Anschelika Kotjuga geplatzt. Der Eissport-Weltverband ISU hat seine Qualifikationskriterien für einen Start in Turin im Nachhinein verschärft und dadurch einen Start der des Dopings verdächtigten Weißrussin verhindert. Die ISU begründet ihre Entscheidung mit der Tatsache, dass sich über die alten Normzeiten zu viele Athleten das Startrecht für die Winterspiele (10. bis 26. Februar) gesichert hätten. Deutsche Läuferinnen und Läufer sind nicht betroffen.

"Das Internationale Olympische Komitee hat die maximale Teilnehmerzahl in Turin auf 170 begrenzt. Da sich aber weit mehr Sportler über die Normzeiten qualifiziert haben, mussten wir diese Maßnahme ergreifen", meinte ISU-Vizepräsident Gerhard Zimmermann. Der ehemalige Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft hob hervor, dass alle Verbände bereits im Sommer über die Möglichkeit einer solchen Maßnahme in Kenntnis gesetzt wurden.

Formfehler verhindern Doping-Sperre

Betroffen sind knapp 30 Athleten, darunter auch Kotjuga. Die Weißrussin war im August 2005 wegen Anabolika-Dopings für zwei Jahre gesperrt worden, hatte aber nach einer Reihe von Formfehlern in den folgenden Sportgerichts-Prozessen ihren Start bei der Sprint-WM in Heerenveen per einstweiliger Verfügung vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne erstritten. Bei ihrem einzigen Saisonstart erfüllte die 35-Jährige über 500m und 1000m die alte Olympianorm, nicht aber die nun geänderte.

Dass die ISU mit der Verschärfung der Qualifikationsnormen lediglich einen Start Kotjugas in Turin verhindern wollte, bestritt Zimmermann vehement: "Diese beiden Dinge stehen in keinster Weise in Zusammenhang." Proteste oder Klagen der Betroffenen, die teilweise in der Gewissheit einer erfüllten Olympia-Qualifikation gar nicht mehr an Wettkämpfen teilgenommen hatten, erwartet Zimmermann nicht: "Was sich daraus ergibt, sind alles regelgerechte Dinge."

Neben Kotjuga ist unter anderem auch das italienische Frauen-Team für die in Turin erstmals olympische Mannschafts-Verfolgung betroffen. Weil nun nur noch zwei Läuferinnen eine Normzeit vorweisen können, ein Team aber aus mindestens drei Starterinnen besteht, dürfen die Gastgeberinnen nicht teilnehmen. Anstelle von Italien startet nun Norwegen.

© SID

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