Eisschnelllauf Verband
Desg setzt sich gegen Dopingvorwürfe zur Wehr

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft setzt sich gegen Dopingvorwürfe zur Wehr. Der Verband erwägt derzeit rechtliche Schritte gegen die niederländische Journalistin Ria Visser.

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) setzt sich gegen aufgekommene Dopingvorwürfe zur Wehr. Wie Desg-Präsident Gerd Heinze bestätigte, erwägt der Verband derzeit rechtliche Schritte gegen die niederländische TV-Journalistin Ria Visser.

Die ehemalige Eisschnellläuferin soll am vergangenen Wochenende im Rahmen des Weltcup-Finales in Salt Lake City in einer Live-Sendung des niederländischen TV-Senders NOS gesagt haben, sie habe aus verschiedenen Quellen von Gerüchten erfahren, die in Zusammenhang mit einem möglichen Dopingfall im deutschen Team stehen.

"Wir haben einen Anwalt eingeschaltet und überprüfen rechtliche Schritte", sagte Desg-Präsident Gerd Heinze dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Wir haben vom Weltverband ISU beziehungsweise der nationalen oder internationalen Antidoping-Agentur keine Meldung über einen positiven Dopingfall bekommen."

Seitens der ISU liegt kein Dopingverdacht vor

Desg-Teamchef Helge Jasch bestätigte am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz in Richmond, wo derzeit die Einzelstrecken-WM stattfindet: "Uns wurde von der ISU gesagt, dass nichts vorliegt." Jane Moran, die Vorsitzende der Medizinischen Kommission der ISU, wollte diese Darstellung öffentlich allerdings nicht bestätigen und verweigerte jegliche Stellungnahme. "Wir halten uns an die Regularien und veröffentlichen nur etwas, wenn uns Fälle bekannt geworden sind", ließ Moran über einen Sprecher mitteilen. ISU-Vizepräsident Gerhard Zimmermann und Desg-Sportdirektor Günter Schumacher hatten dem sid zuvor gesagt, sie wüssten nichts von einem positiven Dopingfall.

Auf die Frage, ob er denn ausschließen könne, dass in der deutschen Mannschaft gedopt werde, antwortete Jasch: "Wer kann schon eine Hand ins Feuer legen? Ich gehe davon aus, dass unsere Athleten mehr trainieren als die anderen."

Visser sagte dem sid, sie habe sich nichts vorzuwerfen, da sie keine Namen genannt habe. Einer möglichen rechtlichen Auseinandersetzung sehe sie gelassen entgegen. Jasch, der die Aussagen nicht persönlich gehört hat, bezeichnete sie dennoch als bedenklich und "journalistisch fragwürdig".

© SID

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