Eisschnelllauf Verband
Pechstein lässt Dampf Richtung Desg ab

Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat sich Luft gemacht und deutliche Worte zur Desg-Strukturreform gefunden: "Dass plötzlich nur noch die Frauen untereinander trainieren sollen, das verstehe, wer will."

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) sieht sich wegen ihrer Strukturreform mit Kritik aus allen Richtungen konfrontiert. Nach Dauerrivalin Anni Friesinger ist nun auch Olympiasiegerin Claudia Pechstein in die Offensive gegangen und hat deutliche Worte zur Neuordnung gefunden. "Dass plötzlich nur noch die Frauen untereinander trainieren sollen, das verstehe, wer will. Aber die verantwortlichen Leute wollten ja mit niemandem reden und keine anderen Meinungen hören", sagte die Berlinerin dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Pechstein pocht auf Coach Franke

Pechstein konzentriert sich deswegen ausschließlich auf die Arbeit mit ihrer Trainingsgruppe unter Erfolgscoach Joachim Franke: "Ich möchte mit meinem Trainer arbeiten, nicht mit Markus Eicher. Das habe ich allen Verantwortlichen auch schon von Beginn an gesagt."

Eicher, ehemaliger Coach von Pechsteins alter Rivalin Anni Friesinger, war nach den Winterspielen in Turin zum Damen-Cheftrainer ernannt worden, die Herren werden vom Niederländer Bart Schouten betreut. Friesinger hatte sich darüber beklagt, dass die Weichen für die Reform nach Olympia erst im Mai und damit nicht schnell genug gestellt worden sind. Deswegen habe sie sich der Trainingsgruppe in den Niederlanden um Olympiasieger Gianni Romme angeschlossen.

Anschütz-Thoms "isoliert"

Auch Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms hat von der Reform des Verbandes nicht gerade profitiert. Der geplante Wechsel der Erfurterin in die Pechstein-Trainingsgruppe nach Berlin war am Veto von Pechsteins Trainer Achim Franke gescheitert, der nicht für zwei Weltklasse-Athletinnen gleichzeitig die Verantwortung übernehmen wollte. Da im Zuge der Neustrukturierung die Erfurter Männer nun in Berlin unter Schouten trainieren, fehlen Anschütz-Thoms in Thüringen nun leistungsstarke Trainingspartner.

"Das ist alles sehr unglücklich gelaufen. Unter diesen Umständen kann es für Daniela nur heißen, in der ersten Saisonhälfte irgendwie mitzulaufen", sagte Ehemann und Manager Marian Thoms.

© SID

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