Eisschnelllauf Weltcup
Deutsche Eis-Königinnen mit Licht und Schatten

Beim ersten Eisschnelllauf-Weltcup der Saison in Berlin hat Daniela Anschütz-Thoms eine starke Leistung abgeliefert. Claudia Pechstein erhielt dagegen einen Dämpfer.

Eine überzeugende Leistung von Daniela Anschütz-Thoms, ein Wechselbad der Gefühle für Jenny Wolf und ein Dämpfer für Claudia Pechstein: Der Auftritt der deutschen Eisschnellläuferinnen beim ersten Saison-Weltcup ließ noch einigen Raum nach oben.

Zudem wurden die Läufe der Männer von spektakulären Stürzen überschattet. Kanadas Weltrekordler Jeremy Wotherspoon zog sich einen Bruch des linken Oberarms zu, nachdem er über 500m in die Bande geprallt war. Sein Landsmann Mike Ireland kugelte sich bei einem Sturz die Schulter aus.

Vor 2000 Zuschauern verpassten die deutschen Damen zum Ende des Weltcup-Wochenendes in der Team-Verfolgung den erhofften Sieg und mussten sich in 3:04,51 Minuten mit Platz zwei hinter den Niederlanden begnügen. Für die Gastgeber liefen die Berlinerinnen Pechstein und Lucille Opitz sowie Anschütz-Thoms. Anni Friesinger wird wegen einer Knie-Operation erst am 21. Dezember wieder in den Wettkampf eingreifen.

"Wir werden uns beim nächsten Mal steigern"

"Der zweite Platz ist ein gutes Ergebnis am Ende des Wochenendes", meinte Pechstein. Auch Anschütz-Thoms trauerte dem verpassten Sieg nicht lange nach: "Wir werden uns beim nächsten Mal steigern." Das deutsche Männer-Mannschaft belegte mit den Erfurtern Jörg Dallmann und Robert Lehmann und Marco Weber (Chemnitz) in 3:47,37 Minuten den zweiten Platz hinter Kanada und profitierte dabei von einem Sturz des niederländischen Läufers Carl Verheijen.

Herausragende deutsche Läuferin des Wochenendes war Daniela Anschütz-Thoms. Die 33 Jahre alte Erfurterin lief über 3000m in 4:07,08 Minuten auf Platz zwei, musste sich nur der tschechischen Ausnahme-Läuferin Martina Sablikova (4:03,70) geschlagen geben und wiederholte ihr bestes Weltcup-Ergebnis vom März 2007. "Sie ist in Top-Form. Sie wird bald oben auf dem Treppchen stehen", sagte Bundestrainer Markus Eicher.

Für Heimtrainer Stephan Gneupel war die Leistung seiner Läuferin keine Überraschung: "Sie trainiert hart und ist generell sehr diszipliniert." Der Erfurter Coach kritisierte erneut den Verband, weil er nicht bei jedem Auslandsstart dabei sein kann: "Bei anderen deutschen Läuferinnen ist das doch auch möglich."

Angeschlagene Pechstein verpasst Podium

Claudia Pechstein verpasste auf ihrer Paradestrecke über 3000m in 4:08,42 das Podium und wurde Fünfte. "Mein Ziel bleibt ein Platz unter den ersten Drei", sagte die fünfmalige Olympiasiegerin. Die 36-Jährige litt unter den Folgen einer Oberschenkelverletzung, die sie am Freitag zur Absage des 1 500-m-Laufes gezwungen hatte. "Wenn die Verletzung abgeklungen ist, werden die Zeiten noch etwas besser", versprach "Pechi."

Jenny Wolf erlebte auf ihrer Hausbahn in Berlin ein Wechselbad der Gefühle. Im ersten 500-m-Lauf setzte sie sich gegen ihre chinesische Rivalin Wang Beixing in Bahnrekord (37,752 Sekunden) und mit sechs Tausendstelsekunden Vorsprung durch. Im zweiten Lauf wurde Wolf (37,95) hinter Wang nur Zweite und verlor erstmals seit elf Monaten und zehn Weltcup-Siegen in Folge ein Rennen.

© SID

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