Eisschnelllauf Weltcup
Enttäuschender Auftakt für Friesinger-Postma

Für Eisschnellläuferin Anni Friesinger-Postma lief der Weltcup-Auftakt in Berlin nicht nach Maß. Monique Angermüller dagegen konnte sich über ihre Olympia-Qualifikation freuen.

Anni Friesinger-Postma schüttelte den Kopf und winkte nur kurz ins Publikum: Der Weltcup-Auftakt in Berlin geriet für die zweimalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin zur Enttäuschung. Mit Platz 15 über 1000m (1:17,84 Minuten) erzielte die 32-Jährige ihr bislang schlechtestes Weltcup-Ergebnis über 1000m und verpasste beim Sieg der Kanadierin Christine Nesbitt (1:15,41) die vorzeitige Qualifikation für die Olympischen Winterspiele in Vancouver (12. bis 28. Februar). Monique Angermüller (1:16,84) hingegen löste mit Platz sieben das Olympia-Ticket.

"Ich bin nicht topfit. Dass ich so weit hinten landen würde, hätte ich aber nicht gedacht", sagte Friesinger-Postma. Den Rückschlag führte sie auf Verletzungen zurück: "Ich habe zwei Problemzonen - das Knie und den Knöchel. Ich kann keinen Druck auf die Schlittschuhe aufbauen. Auf den Geraden kommt bei den Schwüngen einfach nichts raus."

Im vergangenen Jahr hatte sie sich einer Meniskus-Operation am rechten Knie unterziehen müssen. Zudem verletzte sie sich in diesem Sommer bei einem Sturz am Knöchel. Ihr schlechtestes Ergebnis über 1 000 m bei einem Weltcup war zuvor ein sechster Platz im Januar in Kolomna.

Wolf: "Leistung noch ausbaufähig"

Auch Top-Sprinterin Wolf haderte mit ihrem Weltcup-Auftakt. "Das war eine solide Leistung, die aber noch ausbaufähig ist", sagte Wolf. Nach einem starken Start bekam die dreimalige 500-m-Weltmeisterin in der Innenkurve Probleme und verlor entscheidende Zeit auf die Siegerin. "Ich hoffe, dass es am Sonntag im zweiten Lauf über 500m etwas besser läuft und ich den Spieß umdrehen kann", sagte Wolf.

Nach ihrer Einschätzung läuft in dieser Saison alles auf einen Zweikampf mit Wang in Vancouver hinaus. "Das ist schon etwas nervig", sagte die Top-Sprinterin. "Mittlerweile gibt es so kleine Kriegsspielchen zwischen uns. Zum Beispiel trainiert sie nie, wenn ich auf dem Eis bin", sagte Wolf. Andere Konkurrentinnen seien zurzeit noch nicht auszumachen, "auch wenn die Dritt- und Viertplatzierten ein wenig aufgeholt haben".

Äußerst zufrieden war Angermüller nach ihrem zwölften Platz über 500m. "Platz sieben ist ein Traum. Ich kann meine Freudentränen nicht verbergen. Ich bin total happy", sagte die Berlinerin.

Bei den Männern lief Weltrekordler Sven Karmer über 5000m einem sicheren Sieg entgegen. Der Niederländer siegte in 6:14,69 Minuten und verwies den Norweger Havard Bökko (6:17,17) und Landsmann Bob de Jong (6:19,22) auf die Plätze zwei und drei. Von den deutschen Läufern überzeugte der 19 Jahre alte Patrick Beckert, der in 6:32,50 seine persönliche Bestzeit um mehr als fünf Sekunden steigerte und auf Rang 15 lief. Marco Weber (München/6:31,77) kam als bester Deutscher auf Platz 13.

© SID

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