Eisschnelllauf Weltcup
Friesinger feiert 58. Weltcup-Sieg über 1500m

Anni Friesinger hat nach ihrer Verletzungspause schon ihren dritten Sieg eingefahren. Die 32-Jährige feierte in Heerenveen ihren 58. Weltcup-Sieg und ließ alle Zweifler verstummen.

Anni Friesinger ist wieder ganz die Alte. Vier Wochen vor der Einzelstrecken-WM auf der Olympiabahn in Richmond bei Vancouver holte die 32-Jährige in Heerenveen im 1 500-m-Rennen souverän ihren 58. Weltcup-Erfolg und beseitigte mit dem dritten Sieg in Folge nach langer Verletzungspause endgültig alle Zweifel an ihrer Form.

Derweil schwang sich die erst 20-jährige Stephanie Beckert zu einer weiteren WM-Medaillenkandidatin in Reihen der deutschen Eisschnellläuferinnen auf. Die Erfurterin erreichte mit ihrem überraschenden zweiten Platz im 5 000-m-Rennen das beste Weltcup-Resultat ihrer Karriere und musste sich nur Mehrkampf-Weltmeisterin und Weltrekordlerin Martina Sablikova aus Tschechien geschlagen geben.

Den einzigen Sieg für die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) in Heerenveen holte Friesinger, die das Team nach den Absagen der erkrankten Claudia Pechstein und Daniela Anschütz-Thoms anführte. Zwei Wochen nach ihrem Doppelsieg in Erfurt über 1 000 und 1500m unterstrich sie in der Thialf-Halle vor den Augen ihres Lebensgefährten Ids Postma ihre Ankündigung nachdrücklich, bei der WM einen Titel holen zu wollen.

"Das war Maßarbeit. Ich wollte eigentlich schneller starten, aber am Ende hat es ja knapp gereicht, auch wenn mir die letzte Runde sehr schwer fiel", sagte Friesinger.

Friesinger vor Kanadierin Nesbitt

Friesinger gewann bei schwierigen Eisbedingungen in 1:57,48 Minuten und hielt die Kanadierinnen Christine Nesbitt (1:57,58) und die Olympiazweite Kristina Groves (1:58,40) auf Distanz.

Von Problemen nach einer Knieoperation im Sommer, die ihr erst Ende Dezember einen Saisonstart ermöglichte, war nichts mehr zu sehen. Am kommenden Wochenende will sie bei der Sprint-DM in Berlin weitere Rennpraxis sammeln.

Beckert zufrieden

Langstreckenspezialistin Beckert vertrat derweil Pechstein und Anschütz-Thoms glänzend und blieb in 7:01,33 Minuten 39 Hundertstelsekunden unter ihrer Bestzeit. "Ich wollte meine persönliche Bestleistung unterbieten - schön, dass mir das gelungen ist", sagte Beckert gewohnt zurückhaltend. Mit Blick auf die Einzelstrecken-WM blieb sie zurückhaltend: "Ich weiß nicht, ob ich bei der WM eine Medaille schaffen kann. Mein Ziel ist ein Platz unter den besten Sechs."

Sablikova blieb als einzige Läuferin unter sieben Minuten (6:59,08) und holte mit dem dritten Sieg im fünften Langstreckenrennen der Saison vorzeitig zum dritten Mal nacheinander den mit knapp 11. 000 Euro dotierten Gesamt-Weltcup.

Deutsche Männer enttäuschen

Die deutschen Männer lieferten derweil erneut eine enttäuschende Leistung ab. Mehr als Platz 16 über 1500m des Erfurter EM-Sechsten Robert Lehmann, der zudem über 10.000m in indiskutablen 14:14,59 Minuten den letzten Platz belegte, sprang nicht heraus.

In der 1 500-m-Gesamtwertung übernahm der Amerikaner Shani Davis mit seinem zweiten Saisonsieg vor dem letzten Rennen beim Weltcup-Finale in zwei Wochen in Salt Lake City die Führung. Im Langstrecken-Weltcup baute der niederländische Kufen-Superstar Sven Kramer mit seinem 10 000-m-Sieg seinen Vorsprung aus.

© SID

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