Eisschnelllauf Weltcup
Friesinger feiert ihren 40. Weltcup-Sieg

In bestechender Frühform präsentiert sich Anni Friesinger. Die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin feierte über die 1500m in Berlin den 40. Weltcupsieg ihrer Karriere. Dabei lief die 29-Jährige Bahnrekord.

Anni Friesinger hatte zum Auftakt des Heim-Weltcups in Berlin doppelten Grund zur Freude. Auf ihrer Paradestrecke über 1500m sicherte sich die 29 Jahre alte Team-Olympiasiegerin mit Bahnrekord in 1:55,54 Minuten ihren vierten Weltcup-Erfolg in der laufenden Saison. Wenige Stunden zuvor hatte ihr Coach Gianni Romme einen Ein-Jahres-Vertrag mit der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) erhalten.

"Ich bin einfach nur glücklich, dass das Theater um meinen Trainer endlich beendet ist", sagte die Mehrkampf-Weltmeisterin, und Romme fügte an. "Für Anni ist es viel besser, wenn ich bei den Läufen auf dem Eis stehe. Das gibt ihr mehr Sicherheit", sagte Doppel-Olympiasieger von Nagano 1998.

Ein-Jahres-Vertrag für Coach Romme

Auf dem superschnellen Eis in Berlin bestätigte Friesinger ihre starke Frühform und feierte im vierten Weltcup-Rennen ihren vierten Sieg. Damit liegt sie in der Gesamtwertung mit 400 Punkten klar in Front. "Das war ein Traumlauf. Ich danke den Berliner Eismachern, sie haben ganze Arbeit geleistet", so Friesinger.

Auch die zweitplatzierte Ireen Wüst Niederlande/1:56,18 Minuten) und die Dritte Christine Nesbitt (Kanada/1:56,77) waren noch unter dem alten Bahnrekord (1:56,81) geblieben. Daniela Anschütz-Thom (Erfurt) wurde in 1:58,92 Minuten Zehnte.

Um Kraft zu sparen, hat Friesinger ihre Teilnahme über 500m am Samstag abgesagt. Sonntag will sie über 1000m laufen. "Da halte ich den Bahnrekord. Und den möchte ich gerne verbessern´, so Friesinger. Anschließend bleibt die Inzellerin bis Donnerstag in Berlin, ehe es zum Weltcup nach Moskau geht. Trainer Romme wird sie allerdings nicht in die russische Metropole begleiten. "Seine Frau bekommt ihr zweites Kind. Da muss er zu Hause bleiben", erklärte Friesinger.

Jenny Wolf hatte zuvor mit einem Paukenschlag den Weltcup in ihrer Heimatstadt eröffnet. Die 27 Jahre Literaturstudentin sicherte sich in persönlicher Bestzeit und Bahnrekord den ersten Weltcup-Sieg der laufenden Saison. Die Berlinerin blieb in 37,77 Sekunden deutlich unter ihrer bisherigen Bestzeit (37,88), so schnell war zuvor noch nie eine Läuferin auf einer Flachland-Bahn über 500m. Zweite wurde die Südkoreanerin Lee Hwa-Sang (38,01 Sekunden) vor Wang Beixing (China).

Jenny Wolf "total überwältigt"

"Ich bin total überwältigt. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich kann mir die Zeit nicht erklären", sagte Wolf nach ihrem Überraschungscoup. Lediglich in Calgary/Kanada und in Salt Lake City/USA wurden bessere Zeiten erzielt.

Besonders glücklich war Wolf, dass sie den Rekord auf ihrer Heimbahn hält. "Ein unglaubliches Gefühl", sagte sie. Die alte Bestmarke hatte die Berlinerin Monique Garbrecht-Enfeldt am 16. Februar 2000 aufgestellt. Im Weltcup rangiert Wolf nach drei Läufen mit 250 Punkten auf Rang zwei hinter Lee (260).

Ausgerechnet mit ihrem "Pechschuh" hatte Wolf ihren insgesamt dritten Weltcup-Sieg herausgefahren. Bei den deutschen Meisterschaften Anfang des Monats in Erfurt war sie damit gestürzt. "Unsere Techniker haben das Gerät wieder gerade gebogen. Dass der Schuh so schnell wird, hätte ich aber nicht für möglich gehalten", so Wolf. Am Samstag geht die Sprinterin in Berlin erneut an den Start, wieder über 500m.

Sven Kramer verbessert Bahnrekord

Über 5 000 m verbesserte Sven Kramer den Bahnrekord. Der Niederländer benötigte 6:09,76 Minuten und unterbot bei seinem ungefährdeten Sieg die bisherige Bestmarke (6:14,7) deutlich. Auf den weiteren Plätzen folgten Kramers Landsmann Carl Verheijen (6:16,49) und der Norweger Eskil Ervik (6:17,32). Eine starke Leistung bot auch Tobias Schneider. Der Lokalmatador wurde in 6:25,09 Neunter und egalisierte damit seine persönliche Bestzeit.

Die Männer-Konkurrenz über 500 m fand ohne deutsche Starter statt. Der Südkoreaner Lee Hyuk-Kyou siegte in 35,08 Sekunden vor seinem Landsmann Lee Kang-Seok (35,21) und Tucker Fredericks (USA/35,27). Über 5 000 m belegte Marco Weber (Chemnitz) in guten 6:30,13 Minuten den dritten Platz und darf dadurch in Moskau in der A-Gruppe starten.

© SID

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