Eisschnelllauf Weltcup
Friesinger gewinnt Gesamtweltcup über 1000m

Anni Friesinger hat zum ersten Mal in ihrer Karriere den Gesamt-Weltcup über 1000m gewonnen. Beim Weltcup-Finale in Heerenveen reichte der Eisschnellläuferin ein zweiter Platz hinter der Niederländerin Ireen Wüst.

Nach ihren olympischen Enttäuschungen hat sich Eisschnellläuferin Anni Friesinger wieder rehabilitiert und konnte acht Tage nach der vorzeitigen Abreise aus Turin wieder strahlen. Zum ersten Mal in ihrer Karriere gewann die Team-Olympiasiegerin den Gesamt-Weltcup über 1000m. Dabei genügte der 29 Jahre alten Friesinger beim Weltcup-Finale in Heerenveen ein zweiter Platz hinter der Niederländerin Ireen Wüst, um ihren insgesamt fünften Weltcup-Gesamterfolg perfekt zu machen.

3 000-m-Olympiasiegerin Wüst gewann in Bahnrekordzeit von 1:15, 46 Minuten vor Friesinger (1:15,75) und der Italienerin Chiara Simionato (1:15,96). Damit hielt Friesinger, die bei ihrem sechsten 1 000-m-Start in dieser Saison erstmals nicht gewann, mit 620 Punkten in der Gesamtwertung ihre schärfste Konkurrentin Simionato (576) im letzten Rennen klar auf Distanz. "Ich bin froh, dass ich den Gesamtsieg noch gepackt habe. Besonders mit meiner Zeit bin ich zufrieden", sagte Friesinger, die aber noch lange nicht wieder "bei 100 Prozent" war: "Meiner Lunge geht es zwar besser, aber die Beine tun doch schon weh. Am Ende einer solch langen Saison fehlt mir einfach etwas das Potenzial."

Trainer Eicher rät von WM-Teilnahme ab

Am Sonntag hat Friesinger auch über 1500m die Chance, sich den Weltcup und die damit verbundene 14 000-Dollar-Prämie zu sichern. Die Gesamtwertung führt sie ebenfalls an. Ob die 29-Jährige allerdings auch in zwei Wochen beim letzten Saison-Höhepunkt, der Mehrkampf-WM in Calgary, an den Start gehen wird, ist ungewiss.

"Ich bin der Ansicht, dass sie nicht an der WM teilnehmen sollte. Ein Sieg im Weltcup wäre ein toller Saisonabschluss, und sie könnte in Ruhe regenerieren", sagte ihr Trainer Markus Eicher: "Außerdem ist es fraglich, ob sie in ihrer jetzigen körperlichen Verfassung gegen Cindy Klassen überhaupt eine Chance hätte."

"Bin nur bei 75 oder 80 Prozent"

Klassen hatte in Turin fünf Medaillen gewonnen und bei ihrem 1 500-m-Olympiasieg Friesinger im direkten Duell eine schwere Niederlage zugefügt. Die beste deutsche Allrounderin, die in Turin vor allem mit Lungenbeschwerden und hartnäckigem Husten zu kämpfen hatte, wollte sich im Hinblick auf einen WM-Start noch nicht festlegen: "Am Sonntag nach dem 1 500-m-Rennen werde ich mich entscheiden." Ihre Teilnahme an den 3000m am Samstag hatte Friesinger frühzeitig abgesagt.

Die Wahl-Salzburgerin sorgte bereits für den zweiten deutschen Gesamterfolg in Heerenveen. Zum Auftakt am Freitag hatte sich die Berlinerin Jenny Wolf erstmals die Krone über 500m gesichert. Der 27 Jahre alten Literaturstudentin reichte ein fünfter Platz, um im Gesamtklassement schon vor dem letzten Rennen am Sonntag alles klar zu machen.

© SID

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