Eisschnelllauf Weltcup
Friesinger gewinnt Weltcup-Rennen in Erfurt

Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger hat beim Weltcup in Erfurt das 1 500-m-Rennen gewonnen. Friesinger verwies die ärgste Konkurrentin Ireen Wüst auf Rang zwei. Bei den Männern gewann Sven Kramer über 10.000m.

Zum Auftakt des Weltcups in Erfurt hat Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger das 1500m-Rennen in 1:56,10 Minuten gewonnen und ihren eigenen Bahnrekord um 64 Hundertstelsekunden verbessert.

Damit holte die Team-Oylmpiasiegerin ihren 44. Weltcup-Sieg vor Mehrkampf-Weltmeisterin Ireen Wüst (1:56,59). Außerdem revanchierte sie sich erfolgreich an Wüst. Die Niederländerin hatte beim Weltcup vor zwei Wochen in Turin und bei der Mehrkampf-WM Friesinger jeweils auf Rang zwei verwiesen. Platz drei in Erfurt belegte die Kanadierin Kristina Groves (1:57,13). Lokalmatadorin Daniela Anschütz-Thoms (1:58,16) erreichte den fünften Rang.

Friesingers Kampfansage an Wüst

"Das war endlich mal wieder ein schöner Lauf, der Sieg ist ganz wunderbar", meinte eine erleichterte Friesinger und fügte kämpferisch hinzu: "Das ganze Gerede von einer Wachablösung ist doch Quatsch. So weit ist es noch lange nicht. Ireen muss erstmal beweisen, dass sie über Jahre hinweg ganz vorne laufen kann."

Ihren fünften Gesamt-Weltcupsieg auf ihrer Lieblingsstrecke darf Friesinger allerdings noch nicht feiern. Sie baute ihre Führung mit nunmehr 480 Punkten zwar auf 150 Punkte aus, kann aber zumindest theoretisch im letzten Rennen beim Weltcup-Finale in zwei Wochen in Calgary noch von Wüst verdrängt werden. Die 20-Jährige, die mit 330 Punkten auf Rang zwei liegt, muss in Calgary allerdings dafür den Lauf gewinnen und auf einen Ausfall Friesingers hoffen.

Wüst war vor 1 850 Zuschauern in der ausverkauften Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle zunächst unter Friesingers Bahnrekord geblieben. Doch die Weltcup-Titelverteidigerin und Sprint-Weltmeisterin aus Deutschland blieb locker und konterte im letzten Paar gegen die Kanadierin Groves. "Ich habe mir gedacht, wenn Ireen jetzt hier gewinnt und den Bahnrekord holt, dann ist das auch okay. So aber bin ich happy über den Sieg", meinte Friesinger, die nach dem Zieldurchlauf erleichtert die Arme nach oben riss und sich von den Fans feiern ließ.

"Happy über den Sieg"

Das 1 500-m-Rennen war ihr einziger Start in Erfurt, auf den Team-Lauf am Sonntag will sie genau wie auf den in Salt Lake City verzichten. Bei der Einzelstrecken-WM will sich Friesinger ausschließlich auf die Rennen über 1 000 und 1 500 m konzentrieren. Im Mannschaftsrennen am Sonntag starten die Team-Olympiasiegerinnen Claudia Pechstein, Anschütz-Thoms und Lucille Opitz. Dieses Trio soll voraussichtlich auch in der Olympiastadt von 2002 für eine erfolgreiche Titelverteidigung sorgen.

Welt- und Europameister Sven Kramer gewann derweil das 10 000-m-Rennen und verpasste seinen eigenen Weltrekord nur knapp. Der 20 Jahre alte Niederländer siegte souverän in 12:53,17 Minuten und blieb gleich 24 Sekunden unter dem alten Bahnrekord von Olympiasieger Bob de Jong. Seinen Weltrekord (12:49,88) verpasste Kramer nur um gut drei Sekunden. Carl Verheijen als Zweiter (13:03, 76) vor Brigt Rykkje (13:16,59) machten den Dreifachsieg der Niederländer in Thüringen perfekt.

Bester Deutscher war der Erfurter Marco Weber (13:32,28) auf Platz sieben. Der Berliner Tobias Schneider, der sich vor einer Woche bei der Mehrkampf-WM in Heerenveen bei einem Sturz noch ein leichtes Schleudertrauma zugezogen hatte, kam in 13:40,75 Minuten Platz elf.

© SID

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