Eisschnelllauf Weltcup
Friesinger holt in Heerenveen 55. Weltcupsieg

Obwohl erkrankt angetreten, war Anni Friesinger beim Weltcup in Heerenveen Schnellste über 1000m und konnte ihren 55. Weltcupsieg einfahren. Jenny Wolf war über 500m siegreich.

Auch eine Blasenentzündung konnte Olympiasiegerin Anni Friesinger in Heerenveen nicht von ihrem 55. Weltcup-Sieg abhalten. Neben der Olympiasiegerin konnte auch Jenny Wolf beim Weltcup-Finale ihre beeindruckende Siegesserie fortsetzen und eine perfekte Generalprobe für die Einzelstrecken-WM in knapp zwei Wochen in Nagano feiern.

"Es hat schon noch ein wenig gezwickt. Umso toller, dass es trotzdem mit dem Sieg geklappt hat", meinte die 31-Jährige, die über 1000m ihren achten Sieg in Folge und den insgesamt 55. Weltcup-Triumph perfekt machte. Mit Blick auf die WM sprüht sie förmlich vor Optimismus: "Ich bin in der Form meines Lebens."

Friesinger setzte sich in 1:15,57 Minuten mit über einer Sekunde Vorsprung vor Lokalmatadorin Paulien van Deutekom und Shannon Rempel aus Kanada durch und verfehlte ihren eigenen Bahnrekord nur um gut vier Zehntel. Noch am Samstag hatte Friesinger wegen ihrer Erkrankung auf einen Start über 1500m verzichtet: "Das war schade, denn ich wollte was fürs Ego tun. Ich weiß, dass ich stark bin."

Wolf mit mehr Weltcupsiegen als Pechstein

Weltrekordlerin Wolf feierte über die 500m einen ungefährdeten Doppelsieg und hat mit 25 Weltcup-Erfolgen nun einen mehr auf dem Konto als Claudia Pechstein. Die fünfmalige Olympiasiegerin wurde über 3000m einmal mehr Vierte und über 1500m Siebte - am meisten Freude bereitete ihr noch das Ständchen, das ihr die 10 000 Fans in der Thialf-Halle am Freitagabend anlässlich ihres 36. Geburtstages brachten.

Im Gegensatz zu Pechstein fliegt Wolf als unumstrittene Gold-Kandidatin nach Fernost. "Ich bin erleichtert. Ich habe die Weltcup-Saison überstanden und den Pokal wieder gewonnen. Er ist ziemlich groß, und ich weiß gar nicht, wo ich ihn in unserer Wohnung hinstellen soll", meinte Wolf mit Blick auf den "Pott" für ihren dritten Weltcup-Gesamttriumph in Folge. Mit zwölf Siegen und zwei zweiten Plätzen in 14 Rennen lief sie einen der deutlichsten Erfolge der Weltcup-Geschichte heraus. Den dritten Gesamtsieg nacheinander über die nicht olympische und daher eher unwichtige 100-m-Distanz nahm Wolf nach ihrem dritten Streckenerfolg genau wie die 4 000 Dollar Preisgeld als "Bonbon" gerne mit.

Die einzige Läuferin, die Wolf in dieser Saison besiegen konnte, war in Heerenveen erneut nicht am Start. Die Chinesin Wang Beixing bereitet sich seit Wochen abseits des Weltcups auf die WM vor und versetzt das Wolf-Lager deshalb in erhöhte Alarmbereitschaft.

"Wir planen ein, dass Wang deutlich stärker sein wird als die jetzigen Konkurrentinnen", meinte Coach Thomas Schubert. Wolf selbst fand es "schade, dass Wang nicht hier ist. Sie ist doch die schwierigste Konkurrentin", meinte die 29-Jährige, die bereits am kommenden Mittwoch nach Nagano fliegt.

Frauen-Team verpasst Gesamtsieg knapp

Keine Siegesfeier gab es für das deutsche Frauen-Team, das in B-Besetzung den Gesamtsieg knapp verpasst hat. Daniela Anschütz-Thoms, Lucille Opitz (beide Erfurt) und Katrin Mattscherodt (Berlin) belegten im Final-Wettkampf der bis zu diesem Zeitpunkt besten vier Teams im Weltcup in 3:02,80 Minuten den zweiten Platz hinter Kanada (3:02,69). Damit musste das deutsche Trio mit 320 Zählern auch den Gesamtsieg Team Kanada (350) überlassen.

Die Team-Olympiasiegerinnen Anni Friesinger und Claudia Pechstein verzichteten auf einen Start. Ob sie bei der WM in zwei Wochen in Nagano starten werden, soll kurzfristig entschieden werden.

Deutsche Männer laufen hinterher

Überraschungen blieben in der niederländischen Kufenhochburg weitgehend aus. Den deutschen Männern gelang es einmal mehr nicht, den Kontakt zur Weltspitze herzustellen. Platz elf über 5000m vom Berliner Tobias Schneider war noch das Top-Ergebnis.

Über 500m gewann Weltrekordler Jeremy Wotherspoon nach einem Doppelsieg den Gesamtweltcup und gilt damit genau wie Wolf als haushoher Favorit in Nagano. Dasselbe gilt für 1 000- und 1 500-m-Gewinner Shani Davis (USA) und den Niederländer Sven Kramer, der über 5000m die Konkurrenz wie gewohnt dominierte.

Den 1 500-m-Weltcup der Frauen sicherte sich die Kanadierin Kristina Groves vor ihrer Teamkollegin Christine Nesbitt und den Oranje-Girls Ireen Wüst und Paulien van Deutekom - dieses Quartett muss Friesinger in Nagano schlagen, um auch auf ihrer schwächeren Strecke eine Goldchance zu haben.

© SID

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