Eisschnelllauf Weltcup: Friesinger im Schnee-Chaos auf Rang neun

Eisschnelllauf Weltcup
Friesinger im Schnee-Chaos auf Rang neun

Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger hat im Schneechaos von Baselga di Pine als Neunte ihre letzte Chance auf einen Sieg im 1 500-m-Gesamtweltcup vergeben.

Im Schneechaos von Baselga di Pine hat sich Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger mit dem enttäuschenden neunten Platz begnügen müssen. "Wenn alle Läuferinnen schwere Bedingungen haben, ist das okay. Aber wenn es hinten heraus immer schwieriger wird, ist das ein Problem. Das war heute kein Spaß und irregulär", meinte die Olympiasiegerin nach dem "Buckelpisten-Rennen"über 1500m zum Auftakt des Weltcups auf der Freiluft-Bahn in Norditalien.

Drittbeste Deutsche hinter den Berlinerinnen Monique Angermüller (Siebte) und Claudia Pechstein (Achte) war für Friesinger ein ganz neue Erfahrung. Helge Jasch, Teamchef der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg), kündigte umgehend einen Protest an: "Das Rennen hätte abgebrochen werden müssen, aber nichts ist geschehen."

Veranstalter reagiert zu spät

Erst beim folgenden 5 000-m-Rennen reagierten die Veranstalter und beendeten den Wettkampf nach dem vierten Paar, als der Berliner Tobias Schneider in indiskutablen 7:07,39 Minuten ins Ziel gekommen war. Der 5 000-m-Wettkampf wurde ersatzlos gestrichen, der ebenfalls für Samstag geplante Frauen-Teamlauf soll am Sonntag ausgetragen werden. Am Sonntag stehen außerdem noch die Rennen über 1500m der Männer und 3000m der Frauen sowie der Teamlauf der Männer auf dem Programm. Das Wetter in der Region Trentino soll sich laut Vorhersage etwas bessern.

Im Verlaufe des 1 500-m-Rennens setzte Schneeregen der Bahn immer mehr zu. Eine Pause während des Wettkampfes, um die Eisfläche aufzubereiten, gab es nicht. Friesinger musste im letzten Paar mit Weltrekordlerin Cindy Klassen (Platz 17) aufs Eis, geriet mehrfach ins Straucheln und blieb fünf Sekunden unter ihrem Bahnrekord. Die Kanadierin Kristina Groves (2:01,07 Minuten) kam noch am besten mit den Bedingungen zurecht und siegte vor der tschechischen Langstrecken-Spezialistin Martina Sablikova und ihrer Teamkollegin Christine Nesbitt.

Eine Anerkennung des Rennergebnisses vorausgesetzt, kann Friesinger auch den Gesamtsieg im 1 500-m-Weltcup abschreiben. Nesbitt führt dort nach sechs von sieben Rennen mit 490 Punkten vor Groves (450) und Friesinger (312). Die Inzellerin legt aber ohnehin ihr Hauptaugenmerk auf die 1 000-m-Distanz, die in Baselga nicht auf dem Programm steht.

Friesinger sauer

Dennoch war Friesinger stocksauer. "Das Eis hat dir förmlich die Kufen weggezogen", sagte die 31-Jährige, die im Gegensatz zu Claudia Pechstein auf einen Start bei der Mehrkampf-WM in Berlin in der kommenden Woche verzichtet. Die fünfmalige Olympiasiegerin nahm das Chaosrennen vor den Titelkämpfen in ihrer Heimatstadt locker. "Ich hake das unter der Rubrik gute Trainningseinheit ab. Andere hätten zurückgezogen, ich habe durchgezogen", sagte Pechstein.

Jasch nahm derweil seine Stars in Schutz. "Man kann den Mädels keinen Vorwurf machen, denn die Bedingungen waren katastrophal. Etwas Schlimmeres als leichten, fiesen Schneeregen kann es für eine Eisbahn nicht geben", meinte Jasch. Im 5 000-m-Rennen der Männer schickten die Veranstalter dann nach jedem Paar die einzige Eismaschine des Ortes auf die 400-m-Runde - die zweite war kaputt. Doch alle Mühen waren umsonst.

© SID

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