Eisschnelllauf Weltcup
Friesinger: "Jetzt ist es genug mit dem Ärger"

Nach dem Streit mit der Desg will sich Anni Friesinger wieder auf den Sport konzentrieren. Beim Heim-Weltcup in Berlin am Wochenende kann sie ihre Form bestätigen. Mit Spannung wird auch der Start der Herren erwartet.

Nach dem Streit mit der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) um die Bezahlung ihres Trainers Gianni Romme, will sich Anni Friesinger wieder auf das Wesentliche konzentrieren - den Sport. Beim Heim-Weltcup am Wochenende in Berlin (17. bis 19. November) hat die 29-Jährige die Möglichkeit, ihre guten Leistungen vom ersten Weltcup zu wiederholen. "Jetzt ist es genug mit dem Ärger", sagte Team-Olympiasiegerin vor dem ersten Start am heutigen Freitag.

Nach ihren drei Siegen zum Weltcup-Auftakt am vergangenen Wochenende in Heerenveen (Niederlande) peilt sie in der Hauptstadt ihren 40. Sieg bei einem Weltcup an. Die Bilanz der Mehrkampf-Weltmeisterin aus Testläufen, deutschen Meisterschaften und Weltcup ist makellos: zwölf Starts - zwölf Siege. "Gerade vor heimischem Publikum will ich glänzen", sagt Friesinger, die über 500m, 1000m und 1500m startet.

An den Verhandlungen über den Honorar-Vertrag für ihren Trainer nimmt sie nicht teil. Die Gespräche führen ihr Manager Klaus Kärcher, Romme und Desg-Präsident Gerd Heinze heute. "Ich werde Anni das Angebot nach den Wettkämpfen vorstellen. Sie soll in ihrer Konzentration nicht gestört werden", sagt Kärcher und wirft damit neue Fragen auf. Sollten Friesinger und Romme nicht vor dem Wettkampf unterschreiben, dürfte der Niederländer wie schon in Heerenveen offiziell nur als Begleitperson und nicht als Trainer akkreditiert werden und hätte damit keinen Zugang zur Eisbahn.

Pechstein wieder gesund

Friesingers Dauerrivalin Claudia Pechstein hat die Folgen ihrer Grippe derweil auskuriert. "Die Blutwerte waren okay. Sie ist wieder in bester Verfassung", sagt ihr Trainer Joachim Franke. In ihrer Heimatstadt wird die 34-Jährige über 3000m und im abschließenden Team-Wettbewerb starten. "Wir überlegen noch, ob sie auch die 1500m läuft", so Franke.

Neben Pechstein vertreten Lucille Opitz (Berlin) und Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt) die deutschen Farben im Team-Wettbewerb. Friesinger lässt in Berlin den Mannschaftslauf aus. Mit einem Podest-Platz rechnet Sprint-Spezialistin Jenny Wolf: "Die Ergebnisse in Heerenveen haben mein Selbstvertrauen enorm gestärkt", sagt die Berlinerin, die in den 500-m-Rennen Platz zwei und drei belegte.

Gut in Schuss präsentierten sich auch die Frauen aus den Niederlanden. Olympiasiegerin Ireen Wüst und Renate Groenewold rechnen sich Siegchancen über 3000m aus. In starker Form ist auch Christine Nesbitt (Kanada), die in Heerenveen in allen drei Läufen mit Friesinger als Zweite über den Zielstrich fuhr.

Rekordteilnahme beim zweiten Weltcup der Saison

Für den ersten Heim-Weltcup wurde eine Rekordteilnahme registriert. 250 Läufer aus 25 Nationen gehen an den Start. Auf dem Programm stehen 500m (zweimal), 1000m, 150m (jeweils Frauen und Männer), 3000m (Frauen), 5000m (Männer) sowie die Mannschaftsrennen. "Der zweite Weltcup ist immer besonders spannend, weil die Athleten nach dem Abtasten zum Auftakt ihre wahre Stärke zeigen", sagt Pechstein-Trainer Franke.

Mit Spannung werden auch die ersten Weltcup-Auftritte der Desg-Männer in Deutschland erwartet. Der niederländische Coach Bart Schouten hat die besten 15 Läufer seit vier Monaten in Berlin um sich versammelt und konnte in Heerenveen erste Erfolge vermelden, als die Berliner Lokalmatadoren Tobias Schneider (Siebter über 5000m) und Samuel Schwarz (Neunter über 1000m) in die Top Ten liefen. "Das war ein erster Lohn für die Mühen des Trainings. Ich hoffe, der Trend hält an", sagt Desg-Präsident Heinze.

© SID

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