Eisschnelllauf Weltcup
Friesinger mit Paukenschlag, Wolf läuft Bahnrekord

Nach ihrer langen Verletzungspause hat Anni Friesinger bei ihrem Comeback in Erfurt über 1 500 Meter gewonnen. Jenny Wolf triumphierte über 500m in 37,58 Sekunden mit Bahnrekord.

Anni Friesinger ist zurück: Die 32 Jahre alte Olympiasiegerin sorgte zum Auftakt des Eisschnelllauf-Weltcups in Erfurt mit dem Sieg über 1500m vor Lokalmatadorin Daniela Anschütz-Thoms für das Highlight und feierte nach ihrer langen Verletzungspause den ersten Weltcup-Erfolg in diesem Winter. Jenny Wolf komplettierte einen Tag vor ihrem 30. Geburtstag den tollen Auftritt der Gastgeber und siegte über 500m in 37,58 Sekunden mit Bahnrekord.

Friesinger zeigte nach ihrem verspäteten Saisoneinstieg wegen einer Knie-Operation eine starke Leistung und verpasste in 1:56,90 Minuten ihren eigenen Bahnrekord (1:56,10) nur um acht Zehntelsekunden. Friesinger war nach der schweren Verletzung erst kurz vor Weihnachten in den Turnier-Wettkampf eingestiegen und ließ am vergangenen Wochenende beim Weltcup im russischen Kolomna mit einem zweiten Platz über 1000m aufhorchen. Am Sonntag wird die 32-Jährige in Erfurt erneut über 1000m starten.

Auch Anschütz-Thoms bestätigte eine Woche vor der Mehrkampf-WM im norwegischen Hamar ihre gute Form und sicherte sich Platz zwei in 1:58,13 Minuten vor der Niederländerin Ireen Wüst (1:58,54). "Ich war so aufgeregt wie eine 15-Jährige. Aber ich bin zufrieden", sagte Anschütz-Thoms. Rekord-Olympionikin Claudia Pechstein (Berlin) musste sich in ihrem ersten Lauf nach überstandener Grippe in 1:59,26 mit Rang sieben begnügen.

Wolf mit Bahnrekord zum Sieg

Auch Jenny Wolf hatte Grund zum Strahlen. "Es ist schön, dass es so gut geklappt hat", sagte Wolf nach dem Erfolg über 500m in Bahnrekordzeit. Ihr vierter Triumph in Folge im Gesamtweltcup über 500m stand bereits vor dem Lauf fest. Lediglich die Südkoreanerin Lee Sang-Hwa hätte ihr den Erfolg streitig machen können, doch die Asiatin verzichtete auf einen Start in Erfurt. "Zum vierten Mal in Folge zu gewinnen, das macht mich schon sehr stolz", sagte Wolf.

Die Sprinterin ging das Rennen in hohem Tempo an und war auf den ersten 100 Meter schneller als bei ihrem 100-m-Weltrekord. "Ich war zuletzt mit meinen Zeiten nicht zufrieden und habe deshalb im Training an meiner Technik beim Kurveneingang gefeilt", sagte Wolf. Den zweiten Lauf an ihrem 30. Geburtstag am Samstag will sie nun genießen. "Da ich heute gut vorgelegt habe, kann ich den Lauf in Ruhe auf mich zukommen lassen", sagte Wolf, die am Samstagabend mit Freund und Familie in Erfurt feiern will.

Bei den Herren sorgte der Erfurter Robert Lehmann für eine positive Überraschung. Der Lokalmatador siegte über 5000m in der B-Gruppe in starken 6:27,50 Minuten und verpasste den Bahnrekord (6:26,43) knapp. Über 500m gewann der Chinese Yu Fengtong mit Bahnrekord in 35,03 Sekunden.

Kramer deklassiert Konkurrenz

Den Sieg in der A-Gruppe hat Weltmeister Sven Kramer mit Bahnrekord klar für sich entschieden. Der Top-Läufer aus den Niederlanden siegte in 6:16,02 Minuten und war mehr als sechs Sekunden schneller als der zweitplatzierte Havard Bokko (Norwegen/6:22,37). Dritter wurde der Niederländer Bob de Jong (6:23,45). Bester Deutscher war der Chemnitzer Marco Weber in 6:34,26 auf Platz zwölf.

© SID

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