Eisschnelllauf Weltcup: Friesinger muss zum Auftakt in Calgary passen

Eisschnelllauf Weltcup
Friesinger muss zum Auftakt in Calgary passen

Anni Friesinger muss zum Auftakt des Weltcup-Finales in Calgary in der Nacht zu Samstag passen. Die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin sagte ihren Start über die 1000m-Distanz wegen Fiebers ab.

Anni Friesinger liegt mit einer schweren Erkältung und hohem Fieber in Calgary im Bett und muss um den krönenden Abschluss einer erfolgreichen Saison fürchten: Der Gesamtweltcup-Sieg der Eisschnelllauf-Olympiasiegerin ist in Gefahr, ihr WM-Start ungewiss und alle Weltrekord-Hoffnungen sind vorerst wohl dahin. Ihren Start beim Weltcup-Finalauftakt in der Olympiastadt von 1988 über 1000m in der Nacht zum Sonntag (MEZ) musste sie absagen, eine Teilnahme über 1500m einen Tag später ist unwahrscheinlich. Selbst der Start bei der Einzelstrecken-WM in einer Woche in Salt Lake City steht in den Sternen.

"Schlimmer gehts ja kaum"

"So ein Mist. Jetzt hats mich doch noch erwischt. Die ganze Saison ist alles gut gegangen, und ausgerechnet am Ende liege ich wieder flach. Schlimmer gehts ja kaum", meinte die völlig frustrierte Sprint-Weltmeisterin. "Ihr geht es unverändert schlecht. Es würde an ein Wunder grenzen, wenn sie über 1500m starten könnte", sagte Damen-Cheftrainer Markus Eicher, der aber noch nicht ganz ausschließen wollte, dass Friesinger läuft: "Wichtig ist aber jetzt vor allem, dass sie für die WM fit wird."

Wüst in Lauerstellung

Über 1500m muss Friesinger wegen ihres großen Vorsprungs nur das Ziel erreichen, um den mit 10 600 Euro dotierten Gesamtweltcup zu gewinnen. Sollte sie allerdings nicht starten und ihre Verfolgerin Ireen Wüst das Rennen gewinnen, würde die Niederländerin ihrer großen Rivalin den Gesamtsieg noch nehmen. Eine Spazierfahrt mit Schal und Mütze kommt für Friesinger allerdings nicht in Frage.

"Sowas ist nichts für Anni. Entweder sie ist mit 100 Prozent bei der Sache oder sie läuft gar nicht", meinte ihr Manager Klaus Kärcher. Über 1000m hat Friesinger keine Chance mehr, an der klar führenden Italienerin Chiara Simionato vorbeizuziehen.

Intensiv-Behandlung bis zur WM

Nun soll eine Intensiv-Behandlung von Verbandsärztin Dr. Elke Neuendorf Friesinger zumindest bis zur WM wieder in die Spur bringen. Doch ob die 30-Jährige mit einem Infekt in den Knochen bei ihren geplanten Starts über 1 000 und 1500m um Gold mitlaufen oder auf dem Blitz-Eis in Salt Lake City in den erwarteten Kampf um den Weltrekord eingreifen kann, ist mehr als fraglich. Die Teilnahme am Team-Wettbewerb, die sie ohnehin ausschließt, aber auf die die Verantwortlichen der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) immer noch hoffen, ist damit wohl endgültig vom Tisch.

Trotz des klaren Vorsprungs in der 1 500-m-Wertung hatte sich Friesinger nach ihrem Sieg beim Weltcup in Erfurt wie es nun scheint in weiter Voraussicht beharrlich geweigert, schon Glückwünsche entgegenzunehmen: "Es gibt noch nichts zu feiern, erst wenn es endgültig so weit ist." Ohne Friesinger ist Wüst über 1500m die Topfavoritin.

Am vergangenen Wochenende hatte sich Friesinger bei einem Testrennen in Calgary in bestechender Form gezeigt. Über 500m blieb sie trotz Jetlag erstmals in ihrer Karriere unter 38 Sekunden (37,77).

Nun liegen am ersten Tag in Calgary alle Desg-Hoffnungen auf der Berlinerin Jenny Wolf. Die Sprinterin steht als Führende im Ranking unmittelbar vor der erfolgreichen Verteidigung ihres 500-m-Weltcups.

© SID

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