Eisschnelllauf Weltcup
Friesinger siegt beim Weltcup in Erfurt

Ihren insgesamt 57. Weltcup-Sieg hat Eisschnellläuferin Anni Friesinger in Erfurt gefeiert. Der 32-Jährigen gelang so ein erfolgreiches Comeback nach überstandener Knieverletzung.

Anni Friesinger riss die Faust nach oben und ließ sich feiern: Die Olympiasiegerin landete beim Eisschnelllauf-Weltcup in Erfurt einen unerwarteten Doppelerfolg. Nach den 1500m gewann die 32-Jährige auch über 1000m und meldete sich damit nach ihrer schweren Knieverletzung endgültig zurück.

Freuen durften sich auch das Frauen- und das Männer-Team der Gastgeber. Beide Mannschaften lösten in Erfurt das Ticket für die Einzelstrecken-WM in Vancouver im März.

"Es ist super gelaufen, besser geht es nicht. Es war fast Bahnrekord", sagte Friesinger nach ihrem Sieg über 1000m und dem ersten Doppel-Triumph bei einem internationalen Wettkampf seit der Einzelstrecken-WM in vergangenen Jahr. "Am Freitag bin ich noch etwas verhalten angegangen, doch heute konnte ich volles Risiko gehen", meinte die wiedererstarkte Läuferin, die sich nun etwas schonen will: "Ich werde drei, vier Tage das Eis meiden."

Chinesinnen Jing und Jin belegen Ränge zwei und drei

Für ihren insgesamt 57. Weltcup-Erfolg benötigte Friesinger 1: 15,61 Minuten. Auf Platz zwei und drei landeten die Chinesinnen Yu Jing (1:16,41) und Peiyu Jin (1:16,52). Die Berlinerin Monique Angernüller (1:17,17) belegte Position acht. Am Freitag hatte Friesinger die 1500m in 1:56,90 Minuten mit über einer Sekunde Vorsprung für sich entschieden.

Keine großen Probleme bereitete Friesinger das rechte Knie. Nach einer Meniskusoperation im vergangenen Sommer hatte sie im Januar bei der Sprint-WM ihren ersten internationalen Wettkampf bestritten. "Die Muskulatur im rechten Bein ist noch etwas weich, aber es geht", meinte Friesinger.

Abends legt die Inzellerin nun regelmäßig die Beine hoch und kommt mit dem Schonprogramm bis auf kleine Ausnahmen zurecht: "Stöckelschuhe konnte ich leider noch nicht tragen."

Friesinger imponierte auf der dritten Station der Comeback-Tour mit einem unbändigen Siegeswillen. Hatte sie zuvor bei der Sprint-WM und beim Weltcup im russischen Kolomna den Sieg noch knapp verpasst, lief sie in Erfurt der Konkurrenz auf und davon.

Friesinger wieder Top-Favoritin

Nun gehört die 15-malige Weltmeisterin auch für das Weltcup-Finale in Salt Lake City (6. bis 8. März) und die Einzelstrecken-WM in Vancouver (12. bis 15. März) zu den Top-Favoritinnen.

Auch die weiteren deutschen Top-Läuferinnen überzeugten in Erfurt. Jenny Wolf gewann beide 500-m-Läufe und durfte sich über den vierten Gewinn des Gesamtweltcups in Folge freuen. Die Berlinerin, die am Samstag im Kollegen-Kreis ihren 30. Geburtstag feierte, siegte in zehn von zwölf Weltcup-Rennen.

Lokalmatadorin Daniela Anschütz-Thoms verpasste mit zwei zweiten Plätzen über 1 500 und 3000m den großen Wurf, zeigte sich aber eine Woche vor der Mehrkampf-WM in Hamar in Top-Form. Die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein musste sich nach Grippe und Trainingsrückstand mit den Plätzen sieben (1500m) und sechs (3000m) begnügen. Um sich für die WM zu schonen, hatten beide Läuferinnen die Teilnahme am Teamwettbewerb abgesagt.

Bei den Herren setzte der Erfurter Robert Lehmann die Glanzlichter. Erst gewann der Lokalmatador den B-Lauf über 5000m in guten 6:27,50 Minuten, dann erreichte er über 1500m in 1:47,76 Minuten als Neunter seine erste Top-Ten-Platzierung der Saison.

Männer- und Frauen-Teams lösen WM-Ticket

Über 1000m siegte Olympiasieger Shani Davis (USA) in Bahnrekord (1:08,40 Minuten). Samuel Schwarz (Berlin/1:10,36) als Achter und Frank Steiner (Chemnitz/1:10,49) als Zehnter zeigten gute Leistungen. Alexandra Lipp (Grefrath), Stephanie Beckert (Erfurt) und Isabell Ost (Berlin) sicherten Deutschland mit Rang sieben das Ticket für den Team-Wettbewerb bei der WM in Vancouver.

Auch die Herren sind in Kanada dabei. Robert Lehmann (Erfurt), Stefan Heythausen (Grefrath) und Marco Weber (Chemnitz) liefen in 3:48,73 Minuten auf den fünften Platz und qualifizierten sich so für die WM.

© SID

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