Eisschnelllauf Weltcup
Friesinger und Wolf machen Hoffnung auf Turin

Bei der Premiere der Eisschnellläufer im Oval Lingotto von Turin haben Annie Friesinger und Jenny Wolf am Samstag für deutsche Erfolge gesorgt: Friesinger gewann das Rennen über 3000m, Wolf setzte sich über 500m durch.

Die deutschen Eisschnellläuferinnen haben zwei Monate vor den Olympischen Spielen erneut aufhorchen lassen. Anni Friesinger dominierte die Generalprobe im Oval Lingotto von Turin fast nach Belieben. Einen Tag nach ihrem Sieg über 1 500 Meter setzte sich die Doppel-Weltmeisterin aus Inzell auch über die von ihr ungeliebten 3000m durch und unterstrich ihre olympischen Gold-Ambitionen eindrucksvoll. Für eine große Überraschung sorgte außerdem die Berliner Sprinterin Jenny Wolf, die über 500 Meter ihren ersten Weltcupsieg feierte.

"Ich bin sehr glücklich. Das war ein super-erfreulicher Tag für mich", meinte Friesinger, die sich in 4:05,46 Minuten wie schon am Freitag hauchdünn vor ihrer großen Rivalin Cindy Klassen (4:05,70) durchsetzte.

Dritte hinter Klassen, die auf der letzten Runde einen Vorsprung von sieben Zehntelsekunden auf Friesinger verspielte, wurde ihre Teamkollegin Kristina Groves - mit fast drei Sekunden Rückstand auf Klassen und Friesinger (4:08,51). Mit ihrem 32. Weltcup-Erfolg sicherte Friesinger den deutschen Damen damit den ersten Saisonerfolg über diese Strecke.

Pechstein von Erkältung geplagt

Olympiasiegerin Claudia Pechstein (4:10,11) kam nicht über Rang sechs hinaus und hatte erneut mit einer Erkältung zu kämpfen. Wegen der Erkrankung, die sie bereits bei den Weltcups in Übersee plagte, wird die Berlinerin vorzeitig die Heimreise antreten und auf einen Start im Teamrennen am Sonntag verzichten. Bereits am Freitag war sie über 1500m nur Zwölfte geworden.

Für die größte Überraschung am Samstag sorgte Wolf. Die 26 Jahre alte Literaturstudentin verwies in 38,64 Sekunden die Japanerin Tomomi Okazaki mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung auf Platz zwei. Lokalmatadorin Chiara Simionato (38,77) wurde Dritte.

"Das ist cool, wenn man gewinnt", meinte Wolf, die nach ihrem Erfolg aber erstaunlich selbstkritisch war: "Ich bin nicht zufrieden. Die ersten 100m waren eine Zehntel zu langsam, und den Eingang in die erste Kurve habe ich beinahe verpasst. Ich hätte lieber einen perfekten Lauf gehabt als zu gewinnen."

Wolf, die ihre bisherigen zwei Weltcupsiege auf der nicht-olympischen 100-m-Distanz erreicht hatte, profitierte allerdings auch von der Disqualifikation von Weltmeisterin Manli Wang. Der in diesem Jahr im Sprint dominierenden Chinesin unterliefen zwei Fehlstarts. Das erste 500-m-Rennen am Freitag hatte Wang gewonnen, Wolf war Vierte geworden. Damit rückte die Berlinerin im Weltcup hinter die Chinesin auf Rang zwei vor.

© SID

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