Eisschnelllauf Weltcup
Friesinger unterliegt in Turin auf Paradestrecke

Beim Weltcup in Turin reichte es für Anni Friesinger nicht fürs oberste Treppchen. Die 30-Jährige musste sich über 1500m der Niederländerin Ireen Wüst geschlagen geben, Dritte wurde Cindy Klassen aus Kanada.

Anni Friesinger hat sich beim Eisschnelllauf-Weltcup in Turin auf ihrer Paradestrecke über 1500m in 1:56,16 Minuten mit dem zweiten Platz begnügen müssen. Der 30 Jahre alte Inzellerin hat damit nur eine Woche vor der Mehrkampf-WM im niederländischen Heerenveen (9. bis 11. Februar) ihre zweite Weltcup-Niederlage in dieser Saison kassiert.

Sprint-Weltmeisterin Friesinger fand auf dem Olympia-Eis im Oval Lingotto nicht zu ihrem gewohnten Speed und musste der Niederländerin Ireen Wüst, die in 1:55,01 Minuten Bahnrekord lief, klar den Sieg überlassen. Dritte wurde Olympiasiegerin Cindy Klassen (Kanada/1:56,38). Friesinger verpasste ihren achten Weltcup-Erfolg in diesem Winter und muss weiter auf den insgesamt 44. Weltcup-Sieg warten. In der Gesamtwertung lieg die Top-Läuferin mit 380 Punkten aber noch klar vor Christine Nesbitt (Kanada/280) und Wüst (250).

"Meine Enttäuschung hält sich in Grenzen. Ireen Wüst hat mit dieser Leistung unterstrichen, dass sie für die WM in der nächsten Woche die Favoritin ist", sagte Friesinger. Auch ihr Trainer Gianni Romme, mit dem sich sich in den kommenden Tagen in Heerenveen auf die WM vorbereitet, hakte den Lauf schnell ab: "Das Ergebnis wundert mich nicht. Wir hatten uns in diesem Jahr eh auf die Sprint-WM konzentriert. Und die hat Anni ja gewonnen."

Claudia Pechstein bleibt hinter ihren Erwartungen zurück

Die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein konnte ebenfalls die Erwartungen nicht erfüllen. Die Berlinerin musste sich am Samstag über 3000m mit dem vierten Rang begnügen. Am Sonntag über 1500m reichte es in 1:58,95 Minuten gerade mal zu Rang neun. "Das war ganz in Ordnung, doch wir hoffen für die WM noch auf eine Steigerung", hatte Teamchef Helge Jasch von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) nach dem 3000m-Lauf gesagt.

Pechstein hatte sich nach dem "Debakel von Klobenstein" eigentlich in der Weltspitze zurückmelden wollen. Vor drei Wochen lief die fünfmalige Olympiasiegerin bei der Mehrkampf-EM in Südtirol nur auf Rang fünf und lieferte das schlechteste EM-Ergebnis seit 14 Jahren. In Turin stahl ihr erneut die erst 19 Jahre alte Martina Sablikova die Show. Die Europameisterin nahm Pechstein über 3 000 m zwei Sekunden ab und bescherte ihrem Heimatland den ersten Weltcup-Sieg überhaupt.

Zwei Mal Rang acht für Anschütz

Eine durchwachsene Leistung bot Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz. Die Erfurterin belegte sowohl über 3000m (4:08,25) als auch über 1500m (1:58,09) den achten Rang. Ihre Team-Kollegin Lucille Opitz (Berlin) blieb mit Platz 14 (3000m) und Platz 16 (1500m) genauso im Soll wie Katrin Mattscherodt (Berlin) mit Rang 16 (3000m).

Ihren Aufwärtstrend fortsetzen konnten indes die deutschen Herren. Tobias Schneider belegte über 1500m den achten Rang (1:47,92 Minuten) und lieferte seine beste Weltcup-Zeit auf dieser Strecke. Der Lohn: In der Weltcup-Gesamtwertung rückte der 25 Jahre alte Berliner auf Rang neun vor. Den Sieg über 1500m sicherte sich Olympiasieger Enrico Fabris (Italien/1:44,97) mit Bahnrekord.

Damen-Mannschaft überzeugt

Auch die deutsche Herren-Mannschaft zog sich sich achtbar aus der Affäre. Das Team mit Stefan Heythausen (Grefrath), Marco Weber (Chemnitz) und Robert Lehmann (Erfurt) belegte im zweiten von insgesamt drei Weltcup-Läufen der Saison in 3:48,79 Minuten den vierten Rang. Es siegte das Team von Kanada (3:46,08) vor Russland (3:47,86) und Italien (3:48,22).

Die deutsche Damen-Mannschaft konnte die Erwartungen erfüllen. Ohne Friesinger, Pechstein und Anschütz kam das Team mit dem Berliner Trio Lucille Opitz, Katrin Mattscherodt und Karoline Zillmann in 3:08,07 Minuten auf den fünften Platz und belegt nun in der Gesamtwertung den vierten Rang (120 Punkte). Es siegte Russland (3:06,21 Minuten) vor Kanada (3:06,26) und den Niederlanden (3:07,36).

© SID

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