Eisschnelllauf Weltcup
Friesinger untermauert in Erfurt WM-Favoritenrolle

Durch ihre zwei Weltcup-Siege in Erfurt über 1000m hat Anni Friesinger ihre Favoritenrolle für die WM in Heerenveen klar untermauert. Jenny Wolf fuhr über 500m ebenfalls einen Doppelerfolg ein.

Die Medaillen werden bei der WM in Heerenveen wohl nur über Anni Friesinger zu holen sein. Eine Woche nach dem Doppel-Erfolg von Heerenveen feierte die Eisschnell-Läuferin in Erfurt ihre Weltcup-Siege Nummer 50 und 51 und übernahm damit endgültig die Favoritenrolle für die Sprint-WM in Heerenveen (19./20. Januar). Jenny Wolf machte mit ihrem Doppel-Sieg über 500m die Vorherrschaft der deutschen Damen auf den kurzen Distanzen perfekt. Über die nichtolympischen 100m verbesserte Jenny Wolf ihren eigenen Weltrekord.

Vor 1 000 Zuschauern in der Gunda-Stirnemann-Halle ließ Friesinger auch am zweiten Tag über 1000m keinen Zweifel an ihrer Vormachtstellung aufkommen, siegte in 1:15,64 Minuten und fuhr ihren siebten Saisonsieg ein. Zweite wurde Ireen Wüst (Niederlande/1:16,11 Minuten) vor der Italienerin Chiara Simionato (1:16,49).

"Das ist hier in Erfurt vor dem heimischen Publikum ein ganz besondere Sieg für mich", sagte Friesinger. Als zweitbeste Deutsche belegte die Erfurterin Pamela Zoellner (1:18,06 Minuten) den zehnten Platz. Lokalmatadorin Judith Hesse (1:18,37) wurde Zwölfte.

Für Jenny Wolf verlief der Weltcup an beiden Tagen nach Maß. Die 28 Jahre alte Weltrekordlerin feierte über 500m einen Doppelsieg und strich die Weltcupsiege Nummer 16 und 17 ein. In der Weltcup-Wertung baute die 28 Jahre alte Literaturstudentin aus Berlin ihre Führung nach acht von 14 Läufen auf 760 Punkte aus.

Wolf: "Die Zeit ist super"

"Erstaunlich, mit welchem Selbstvertrauen ich das Rennen angegangen bin. Die Zeit ist super", wunderte sich Wolf nach ihrem zweiten Sieg am Sonntag in 37,88 Sekunden. Wolf musste im direkten Vergleich gegen Friesinger antreten, die in 38,88 Sekunden Sechste wurde. "Es wurde Zeit, dass der Bahnrekord geknackt wird. Jennys Lauf war eine Augenweide", lobte Wolfs Trainer Thomas Schubert.

Über die nicht-olympischen 100m verbesserte Wolf sogar ihren eigenen Weltrekord von 10,28 (4. März 2007 in Calgary) auf 10,22. "Das war ein perfekter Abschluss", sagte Wolf. Hinter der Berlinerin wurde Aihua Xing (China/10,59 Sekunden) Zweite vor Judith Hesse (Erfurt/10,62).

Tags zuvor war Friesinger der gefeierte Star in der Erfurter Eishalle. Unter dem frenetischen Beifall der Zuschauer triumphierte sie über 1 000 m in 1:15,71 Minuten und feierte ihren 50. Weltcup-Sieg. Nur Gunda Niemann-Stirnemann (98) und Bonnie Blair (USA/69) hatten zuvor die historische Marke erreicht.

Nach dem Triumph erlaubte sich die enorm erleichterte Friesinger ein Glas Sekt im Kreis ihrer Trainingskollegen: "Das musste sein. Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Alle haben immer zu mir gesagt: Du schaffst das, du schaffst das. Aber dann musst du es erst einmal schaffen", so Friesinger. Über 500m hatte Friesinger in ihrem ersten Rennen mit 38,68 Sekunden positiv überrascht und erstmals in dieser Disziplin einen Podestplatz erreicht. "Die Ergebnisse über die Kurzstrecke sind ein wichtiger Gradmesser für Annis Chancen bei der WM. Und sie waren gut", sagte Friesingers Trainer Gianni Romme.

Geburt seines Sohnes beflügelt Shany Davis

Die deutschen Männer traten in Erfurt wieder einmal nicht sonderlich in Erscheinung. Samuel Schwarz (Berlin) hatte in 1:11,21 Minuten auf Rang 13 über 1000m noch für das beste Ergebnis am ersten Tag gesorgt. Erfreulich am Rande war der zweite Platz von Frank Steiner (Chemnitz) in der B-Gruppe über 500m in 36,55 Sekunden. Olympiasieger Shany Davis hatte Samstag über 1000m in 1:09,05 Minuten mit Bahnrekord gewonnen. Dabei war die Vorbereitung des US-Amerikaners enorm gestört. Seine Frau hatte am Donnerstag in den USA einen Sohn zur Welt gebracht - zwei Wochen vor dem eigentlichen Geburtstermin, an dem Davis eigentlich wieder in den Staaten sein wollte.

© SID

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