Eisschnelllauf Weltcup
Friesingers Knoten platzt in Kolomna

Beim Eisschnelllauf-Weltcup in Kolomna hat Anni Friesinger erstmal in diesem Winter das Rennen über ihre Paradestrecke 1500m gewonnen. Die Sprint-Weltmeisterin siegte vor Christine Nesbitt aus Kanada.

Anni Friesinger feierte auch ohne Trainer Gianni Romme ihren 47. Weltcup-Sieg, Daniela Anschütz-Thoms strahlte nach zwei dritten Plätzen übers ganze Gesicht: Zwei Wochen nach dem gemeinsamen Triumph im Teamrennen von Calgary war für die beiden Eisschnelllauf-Olympiasiegerinnen auch die russische Provinz allemal eine Reise wert. Nur das dritte "Golden Girl", Claudia Pechstein, blieb bei der Weltcup-Premiere in Kolomna 120 Kilometer südöstlich von Moskau etwas hinter den Erwartungen zurück.

"Ich bin superglücklich, dass hier alles auch ohne Gianni so gut hingehauen hat", sagte Friesinger mit Blick auf ihren Coach, der wegen einer Grippe den Trip nach Russland gar nicht erst angetreten hatte. "Ich hatte jede Menge Spaß, und der große Vorsprung tut gut", meinte die 30-Jährige, die über 1500m in 1:55,39 Minuten Calgary-Siegerin Christine Nesbitt (Kanada/1:56,00) diesmal klar im Griff hatte.

Anschütz: "Die Podestplätze tun unwahrscheinlich gut"

Auf ihren 50. Weltcup-Sieg, den sie wohl noch in dieser Saison feiern darf, blickt Friesinger nur am Rande: "Daran denke ich noch nicht, sondern schaue nur von Rennen zu Rennen. Wenn's passiert, wäre es ein besonders schönes Nebengeräusch."

Anschütz-Thoms wurde über 1500m wie schon tags zuvor über 5000m Dritte und war über ihre ersten beiden Plätze auf dem Treppchen in einem Einzelrennen in diesem Winter überglücklich. "Die Podestplätze tun unwahrscheinlich gut und machen in dieser Saison für mich alles viel einfacher", meinte Anschütz-Thoms, die sich über 5000m in der besten von ihr jemals gelaufenen Weltcup-Zeit (6:58,58) nur Seriengewinnerin Martina Sablikova (Tschechien) und Olympiasiegerin Clara Hughes (Kanada) hatte geschlagen geben müssen.

Pechstein mit Halzschmerzen und schweren Beinen

Pechstein, die über 5000m Vierte und über 1500m Zehnte wurde, war dagegen weniger zufrieden. "Ich habe schon die ganze Woche mit Halsschmerzen zu kämpfen, dann sind noch schwere Beine dazugekommen - hier habe ich ohnehin nicht viel erwartet", sagte die Berlinerin, blieb aber kämpferisch: "Die wichtigen Rennen kommen noch. Auch bei den Europameisterschaften auf dieser Bahn werde ich besser drauf sein, ganz sicher."

Der dritte Weltcup der Saison war kurzfristig nach Kolomna verlegt worden, weil das Dach der Krylatskoje-Halle in Moskau einsturzgefährdet ist. Die im Mai 2006 eröffnete Halle in der 150 000-Einwohner-Stadt erlebt damit nicht nur ihre Weltcup-Premiere, sondern auch eine unverhoffte Generalprobe für die Europameisterschaften am 12. und 13. Januar.

Bei den Männern baute Erben Wennemars mit dem zweiten Saisonsieg im dritten Rennen seine 1 500-m-Gesamtführung aus. Der Weltrekordler aus den Niederlanden gewann in 1:46,07 Minuten mit zwei Hundertstelsekunden Vorsprung vor Doppel-Olympiasieger Enrico Fabris (Italien). Der Grefrather Stefan Heythausen wurde als bester Deutscher Elfter.

© SID

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