Eisschnelllauf Weltcup
Für die Kufenflitzer fällt der Weltcup-Startschuss

Heute wird bei den Eisschnellläufern die neue Weltcup-Saison in Heerenveen eingeläutet. Anni Friesinger geht nach ihrem DM-Triumph als Favoritin an den Start, Claudia Pechstein bleibt nach einem Infekt zurückhaltend.

Bei den deutschen Meisterschaften hat Anni Friesinger der Konkurrenz mit ihrem Dreifach-Erfolg schon einmal das Fürchten gelehrt, nun ist Claudia Pechstein am Zug. Die Voraussetzungen für Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin für einen Saisoneinstand nach Maß sind beim ersten Weltcup in Heerenveen (heute bis Sonntag) allerdings alles andere als gut. Die 34-Jährige, die bei der DM in Erfurt vor einer Woche krankheitsbedingt gefehlt hatte, bleibt entsprechend zurückhaltend.

"Ich bin froh, dass ich überhaupt starten kann. Ich bin nach meinem Infekt selbst gespannt, wo ich stehe", sagte Pechstein, die im niederländischen Kufen-Mekka am Samstag über 1500m und am Sonntag über 3000m antreten will. Ihr Trainer Achim Franke wird ein wenig konkreter und zieht etwas die Zügel an: "Unter den ersten Sechs sollte sie schon landen. Vor allem auf der 3 000-m-Strecke, die ihr mehr liegt als die 1500m."

Friesinger gilt über 1500m als Favoritin

Über 1500m kommt es zum Duell zwischen Pechstein und Friesinger, das unter den gegebenen Voraussetzungen wohl recht einseitig verlaufen wird. "Was Anni in Erfurt über 1500m gezeigt hat, war absolute Weltklasse", sagte Friesingers Ex-Trainer Markus Eicher, der mittlerweile als Chefcoach für alle Frauen in der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) verantwortlich ist.

Friesinger hatte ihren eigenen Bahnrekord um knapp eine Sekunde auf 1:56,74 Minuten verbessert und war damit fast sechs Sekunden schneller als die zweitplatzierte Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt). Alles andere als ein Sieg auf ihrer Spezialstrecke in Heerenveen, wo sie mit ihrem neuen Trainer Gianni Romme nun auch häufig trainiert, wäre eine kleine Überraschung.

Vergleich mit Klassen fällt aus

Zumal ihre härteste Konkurrentin fehlt. Die Kanadierin Cindy Klassen, fünffache Medaillengewinnerin bei den Winterspielen in Turin und überragende Läuferin der vergangenen Saison, plagen Motivationsprobleme. Kanadas Sportlerin des Jahres wird voraussichtlich erst im Januar in die Weltcups einsteigen. Doch Friesinger warnt: "Es gibt nicht nur Cindy. Ich denke, das werden wir schon in Heerenveen sehen."

Für die restliche deutsche Riege gilt es, die Zeiten von Erfurt zu verbessern. Weder Eicher, noch der neue Männer-Chefcoach Bart Schouten konnten mit den Leistungen in Thüringen zufrieden sein. Zumindest Schoutens Forderung war da unmissverständlich: "Bis Heerenveen ist Regeneration angesagt, aber dann müssen die Jungs deutlich schneller werden."

© SID

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